hauskreis4

Sonnenuntergang1

 


Hier ein paar AuszĂĽge der Themen einiger Monatszeitschriften von 2012.  

Hinweis: Alle Veröffentlichungen von TOPIC-Artikeln
bedĂĽrfen der schriftlichen Genehmigung des Verlages:
TOPIC-Herausgeber: Ulrich Skambraks (verantwortlich)
Verlag und Redaktion: Postfach 1544, D-57206 Kreutztal,

Die evangelikale Zerstörung des biblischen Glaubens

   Willow Creek, „Leben mit Vision", Emerging Church (EmC), Micha-Initiative, Ganzheitliche Mission – Namen von Programmen und Bewegungen, die in den letzten Jahrzehnten den Evangelikalismus in den USA und auch hierzulande stark geprägt haben. Nun behauptet ein Buch, dass all diese Programme und Bewegungen ins Leben gerufen wurden, um nur eines zu bewirken: den biblischen Glauben total zu verändern – so zu verändern, dass er in ein antichristliches, weltumspannendes Gebilde hineinpassen soll. Dieses gigantische Programm zur VerfĂĽhrung der Evangelikalen im sogenannten christlichen Abendland sei von Anfang an sorgfältig organisiert gewesen, und das Buch legt dafĂĽr Fakten vor, die einem Evangelikalen den Atem stocken lassen. Auch deshalb, weil an der Wiege dieses Programms u. a. die US-Hochfinanz und bedeutende Esoteriker standen. Die Personen, die in zentraler Position dieses Programm Schritt fĂĽr Schritt umsetzten und noch umsetzen sollen, haben wohlklingende Namen und sind zum Teil angesehene christliche Persönlichkeiten: Bill Bright, Billy Graham, Bill Hybels, C. Peter Wagner, Rick Warren, Loren Cunningham, Brian McLaren und Erwin McManus.
   Betrachtet man dieses angeblich gigantische VerfĂĽhrungsprogramm im Zusammenhang, so kann man zwei Schwerpunkte erkennen: 1 . FĂĽr das evangelikale Christentum sollen mit modernen Management-Methoden so viel Anhänger wie möglich gewonnen werden – was nicht bedeutet, dass diese Anhänger unbedingt bekehrte Christen sein mĂĽssen. 2. FĂĽr solch neu angeworbene Mitglieder des evangelikalen Christentums wird auch eine neue Marschroute ausgegeben. Sie lautet: Verbesserung der Welt! Die VerkĂĽndigung des biblischen Evangeliums tritt dadurch in den Hintergrund. Diese zwei Schwerpunkte werden „befeuert" von einer Vision, die besonders in den USA schon von vielen fĂĽhrenden Evangelikalen vertreten wird: Es ist die Annahme, dass das Königreich Gottes nicht eines fernen Tages von Gott selbst aufgerichtet wird, sondern von Menschen im Hier und Jetzt aufgebaut werden muss. Diese theologische Sicht wird Dominionismus genannt und geht von drei Grundannahmen aus: 1 . Satan nahm nach dem SĂĽndenfall widerrechtlich die herrschaftliche Stellung ĂĽber die Welt ein, die eigentlich dem Menschen vorbehalten war. 2. Die Kirche ist Gottes Instrument, um Satan die Herrschaft wieder abzunehmen. 3. Die Wiederkunft Jesu wird so lange hinausgezögert, bis die Kirche die Herrschaft ĂĽber alle staatlichen und sozialen Institutionen der Welt errungen hat. Dieser Dominionismus ist eng verzahnt mit dem christlichen Universalismus, der annimmt, dass eine bewusste Hingabe an Gott nicht nötig sei, um fĂĽr die  Ewigkeit errettet zu werden. Gott werde letztendlich alle Menschen mit sich selbst versöhnen und niemand in die Hölle schicken. Wenn diese Annahme stimmen sollte, Jesus Christus könne erst dann wieder auf die Erde zurĂĽckkommen, wenn Menschen fĂĽr ihn auf diesem Globus ein göttliches Königreich errichtet haben, dann ist es völlig schlĂĽssig, so viel Akteure wie möglich fĂĽr dieses Vorhaben „an die Arbeit" zu bringen.
   Das Buch „Der Griff zur Macht" des deutschen Theologen Dr. Martin Erdmann schildert sehr eindrĂĽcklich, wie seit vielen Jahrzehnten dieser Plan, eine religiöse Herrschaft auf diesem Globus zu errichten, besonders durch US-Evangelikale auf verschiedenen Strängen vorangetrieben werde. Doch die SchlĂĽsselfiguren bei diesem Vorhaben seien gar keine Christen, sondern eingefleischte Esoteriker, die etwas ganz anderes im Sinn haben, als ein göttliches Königreich aufzubauen. Sie arbeiteten an einem Neuen Zeitalter, an einem antichristlichen New Age, fĂĽr dessen Aufbau sie auch Evangelikale einspannen möchten.
   Eine dieser SchlĂĽsselfiguren ist der 2005 verstorbene Management-Papst Peter Drucker. Drucker wuchs in einem familiären Umfeld auf, das zur groĂźdeutschen Esoteriker-Szene gehörte. Sein Vater war der  oberste Freimaurer Ă–sterreichs. 1933 wanderte er aus und begann eine Karriere im Management-Bereich. Privat beschäftigte er sich mit verschiedenen Formen des Mystizismus. Der Amerikaner forderte immer wieder, dass Kirchen wie Wirtschaftsunternehmen gefĂĽhrt werden sollten, die ein Produkt - ein religiöses - verkaufen. Drucker schlug evangelikalen Pastoren in den USA vor, in ihren Kirchen eine mehr kundenfreundliche Atmosphäre zu schaffen: weniger christliche Symbolik, dafĂĽr besseres Platzangebot. Besonders zwei US-Pastoren griffen bereitwillig Druckers Management-Erkenntnisse auf und setzten sie in ihren Gemeindekonzepten konsequent um: Bill Hybels in seiner Willow Creek-Gemeinde und Rick Warren in seiner Saddleback-Gemeinde. Rick Warren bezeichnete Drucker sogar als einen engen Freund. Doch was hat Drucker mit christlichen Gemeinden zu tun? 2001 sagte er: „Ich bin kein wiedergeborener Christ!" Druckers Management-Programme lockten zwar viele Menschen in christliche Gemeinden, doch ob die Neuchristen dadurch zu echten „Arbeitern im Weinberg" des Herrn wurden und werden, ist nach den geistlich/geistigen Vorzeichen solcher Gemeindekonzepte mehr als fraglich.
   Das ist auch gar nicht nötig, denn längst hat Rick Warren mit seinen Anhängern etwas ganz anderes vor, als sie als VerkĂĽndiger des Evangeliums in die Welt zu schicken. Warrens Plan ist es, so viel Christen wie möglich in ein globales Netzwerk religiös orientierter Sozialarbeiter einzubinden. Dazu hat er den P.E.A.C.E.-Plan entwickelt und vom Stapel gelassen. Nach diesem Plan soll eine Milliarde Christen die „globalen Giganten" weltweit bekämpfen: geistliche Leere, egozentrische Regierung, extreme Armut, allgegenwärtige Krankheit und Analphabetismus sowie unzureichende Bildung. Rick Warren geht es bei seinem P.E.A.C.E.-Plan nicht mehr in erster Linie darum, Menschen fĂĽr Christus zu gewinnen, sondern Anhänger des Christentums fĂĽr die Sanierung dieser Welt zu engagieren.
   Die Idee, Christen ĂĽber ihren Glauben fĂĽr ganz bestimmte Zwecke einzuspannen, hatte schon in den 1930er Jahren ein Vertreter der US-Hochfinanz. John D. Rockefeller Jr., ein Mitglied der berĂĽhmten Rockefeller-Familie, finanzierte damals ein Projekt, das die Weltmission nachhaltig verändern sollte. Rockefeller sah sein Weltimperium gefährdet, weil in etlichen Teilen der Welt der Kommunismus auf dem Vormarsch war. Um diesen Vormarsch zu stoppen, sollten Christen sich mehr auf dem sozialen Feld engagieren als auf dem evangelistischen. Dadurch sollte der Westen mit seinem Kapitalismus attraktiver werden als der Osten mit seinem Kommunismus. Die Operation der amerikanischen Hochfinanz gelang. Ăśber den „Re­Thinking Missions"-Prozess wurde die evangelikale Missionsarbeit in eine völlig neue Richtung bugsiert: statt der VerkĂĽndigung der Heilsbotschaft die Proklamation eines Sozialen Evangeliums, das eine fremde, heidnische Kultur nicht mehr grundlegend verändern will, sondern sich einpasst. Dieser Prozess, der damals angestoĂźen wurde, zeigt heute verheerende Folgen. Die schlimmste davon ist die Religionsvermischung. Eine andere Auswirkung ist die derzeitige Diskussion, das Wort „Missionar" durch die Bezeichnung „interkultureller Mitarbeiter" zu ersetzen. Rockefeller legte vor dem Zweiten Weltkrieg fĂĽr exakt diese Entwicklung wichtige Grundsteine - auch fĂĽr das, was heute Rick Warren mit seinem P.E.A.C.E.-Plan beabsichtigt und von der Emerging Church noch konkreter und heftiger vorangetrieben wird: Christliche Mission bedeutet nicht mehr so sehr, mit aller Kraft Bekehrungen zu Christus zu erwirken, sondern zur sozialen Besserung der Gesellschaft aktiv beizutragen. In einem Zeitschriftenbeitrag stellte der scheidende Vorsitzende der Deutschen Ev. Allianz, JĂĽrgen Werth, heraus: „Evangelikale sind in Sachen soziales Engagement vielfach Vorreiter" und wĂĽrden deshalb mehr und mehr beachtet.
   In vielen Detailaspekten und mit zahlreichen Hintergrundinformationen legt Dr. Martin Erdmann dar, dass es den SchlĂĽsselfiguren des Umerziehungs- und VerfĂĽhrungsprogramms der westlichen Evangelikalen im Kern immer nur um das Eine ging und geht: einen fundamentalistischen, sprich: streng biblischen Glauben zu zerstören.
Quelle: „Der Griff zur Macht - Dominionismus - der evangelikale Weg zum globalen Einfluss" von Dr. Martin Erdmann. Betasien Verlag e. K., 287 Seiten, 13,90 Euro, Bestelltelefon 05237 / 899090.
Lesen Sie im nächsten TOPIC, wer im deutschsprachigen Europa zu den Akteuren dieses gigantischen Verführungsprogrammes gezählt wird.

      
TOPIC  Nr. 01/2012

 

Weitere Informationen: DER GRIFF ZUR MACHT       Der Griff zur Macht_kl03
    



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Christliche „Fundamentalisten" geraten von allen Seiten „unter Feuer"

   Derzeit geraten konservative Bibeltreue, die gerne als Fundamentalisten abgestempelt werden, gleich von mehreren Seiten „unter Feuer". Dass zeigt nicht nur die Medienkampagne gegen Wilfried Plock (s. Artikel Seite 3).
   Wie der scheidende Allianz-Vorsitzende JĂĽrgen Werth in einem Beitrag fĂĽr das Allianz-Heft EINS (4/2011) schrieb, habe er in seiner Amtszeit versucht, die Deutsche Ev. Allianz (DEA) „aus der fundamentalistischen Schmuddelecke herauszuhalten - oder zu holen." FĂĽr Werth ist klar: Evangelikale seien keine Fundamentalisten! Doch wer in die fundamentalistische Schmuddelecke angeblich gehört, konkretisierte der Chef des Evangeliumsrundfunks (ERF Medien) nicht. Sind es die, die nicht jede neue Glaubens-Mode unter den Evangelikalen mitmachen?
   Immer mehr evangelikale „Promis" fuchteln drohend mit der Fundamentalismus-Keule herum, ohne zu erklären, warum und gegen wen. Zu diesen „Promis" gehört z. B. auch der Rektor der Freien Theologischen Hochschule (FTH), Prof. Dr. Helge Stadelmann. Er äuĂźerte sich schon 2008 abfällig ĂĽber „fundamentalistische Splittergruppen", nannte aber keine Namen. Auch der ehemalige Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Pfarrer Dr. Christoph Morgner, sowie der derzeitige, Dr. Michael Diener, gehören zu dieser Promi-Riege; ebenso der Leiter des Forums Wiedenest, das der BrĂĽderbewegung nahe steht. Horst Afflerbach schrieb in einem Beitrag fĂĽr die Ev. Nachrichtenagentur Idea: Er sehe einen neuen Fundamentalismus, der durch Abgrenzung in die Gesetzlichkeit fĂĽhre und nicht in die von Christus geschenkte Freiheit. Gruppierungen, die diese Form des „neuen Fundamentalismus" praktizieren und bei denen ein solche Behauptung hätte nachgeprĂĽft werden können, nannte Afflerbach allerdings auch nicht.
   Eine neue Schlagwort-Theologie breite sich in Deutschland aus. Darauf hat vor einiger Zeit der in Heidelberg lehrende Theologie-Professor Rainer Mayer hingewiesen. Unklare Begriffe wie Fundamentalismus, Diskriminierung, Antidiskriminierung oder Gleichstellung beeinflussten zunehmend die Gesellschaft, ohne dass man sich ihrer Gefahren fĂĽr den demokratischen Rechtsstaat bewusst werde. Sie wĂĽrden als Keule benutzt, um angeblich politisch korrekte Sehweisen durchzusetzen, sagte Mayer auf einer Veranstaltung. In seinem Referat erinnerte Mayer an den evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), der in seiner „Ethik" die kritiklose Ăśbernahme von Mehrheitsparolen als Ausdruck des Massenphänomens Dummheit bezeichnet habe.

         TOPIC  Nr. 01/2012



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2012: Was kommt auf uns zu?

   Unzählige BĂĽrger im sogenannten christlichen Abendland sind mit einem unbehaglichen GefĂĽhl in das neue Jahr gegangen. Dieses GefĂĽhl ist mit Fragen verbunden: Was wird aus dem Euro werden? Wie entwickelt sich der Dollar-Raum? Kommt es zur Hyperinflation bei den westlichen Währungen? Wohin entwickelt sich die Weltwirtschaft, wenn die Banken kein Geld mehr leihen wollen? Werden die sozialen Unruhen, von denen man hier und dort schon hört, sich weiter ausbreiten? Gibt es gar Krieg? Im Iran, in Syrien, in Nordkorea? Welche Auswirkungen werden diese möglichen Kriege auf unsere Energie-Versorgung haben?
   Dass unser Finanzsystem auf ganz, ganz wackeligen FĂĽĂźen steht, zeigte sich kurz vor Weihnachten. Die Allfinanzaufsicht Australiens (Australian Prudential Regulation Authority / APRA) ordnete an, dass die australischen Banken innerhalb einer Woche „einen Stresstest durchfĂĽhren mĂĽssen, wie sie einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit und den plötzlichen Verfall von Immobilienpreisen als Folge der Euro-Krise handhaben wĂĽrden." Die staatlichen Finanz-Aufseher befĂĽrchten, dass nach einem Euro-Zusammenbruch die Arbeitslosigkeit in Australien um 12 Prozent ansteigen werde und die Immobilienpreise bis zu 40 Prozent abstĂĽrzen könnten. Australische Banken sind mit umgerechnet 68 Milliarden Euro an Krediten im Euro-Raum engagiert.
   Wenige Tage nach dem Paukenschlag aus Australien wartete die Europäische Zentralbank (EZB) mit einer weiteren „Bombe" auf. In einem Bericht schrieb die EZB, dass das europäische Finanzsystem derzeit genauso gefährdet sei wie 2008 das weltweite Finanzsystem nach der Pleite der US-Bank Lehmau Brothers. Nur wenige Stunden nach Veröffentlichung des Berichtes stellte die EZB den europäischen Banken unbegrenzte Geldmittel zur VerfĂĽgung. 523 europäische Banken griffen sofort zu und lieĂźen sich zusammengenommen knapp 500 Milliarden Euro ĂĽberweisen – jährlicher Kreditzins ein Prozent. Die sofortige Reaktion und das gigantische Volumen der Kreditsumme zeigen, wie dramatisch die Lage tatsächlich kurz vor Weihnachten war.
   Doch mit dieser EZB-Feuerwehraktion ist der Brandherd im Euro-Raum noch nicht gelöscht. Nach Einschätzung des Chefvolkswirtes der Deutschen Bank, Thomas Mayer, wird „2012 das Entscheidungsjahr fĂĽr den Euro". „Ob der Euro ĂĽberlebt, hängt von Italien ab", sagte Mayer der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am 26. Dezember. Wenn es den Italienern gelinge, nach einem Wirtschaftsabschwung Anfang dieses Jahres wieder durchzustarten, sei der Euro gerettet. "Ansonsten wird die Euro-Zone auseinanderbrechen", orakelt Mayer.
   Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel vom 25. Dezember rĂĽsten sich bereits einige Banken fĂĽr den Euro-Notfall und versuchen, Computerprogramme zu bekommen, die in der Lage sind, wieder Nationalwährungen zu berechnen. Das US-Wirtschaftsblatt Wall Street Journal will sogar erfahren haben, dass europäische Notenbanken heimlich auf der Suche nach Druckmaschinen fĂĽr nationale Währungen seien.
   Nach Einschätzung der französischen Denkfabrik Europe2020 gehe es bei der Euro-Krise in Wirklichkeit um einen Finanzkrieg – Dollar gegen Euro. Da die USA in diesem Jahr wie auch die Staaten der Europäischen Union alte Billionen-Kredite mit neuen Billionen-Krediten ablösen mĂĽssen, stellt sich die Frage: Wohin werden die Investoren ihre Geldströme leiten? In die USA oder nach Europa? Welchen Kontinent schätzen sie wirtschaftlich stabiler ein, welche Währung als weniger gefährdet?
   Je länger sich der Euro „über Wasser hält", umso schlechter entwickelt sich die Lage fĂĽr die USA. Inzwischen ist jeder sechste Amerikaner auf den Bezug von Lebensmittelkarten angewiesen. Nach staatlichen Berechnungen lebten 2010 von den 311 Millionen US-Amerikanern 46 Millionen in Armut. Etliche US-Staaten wie Kalifornien, Florida oder New Jersey sind praktisch pleite – ebenso wie unzählige US-Kreise und Gemeinden. Bedienstete des öffentlichen Sektors wissen nicht, ob sie im nächsten Monat noch ihr Gehalt bekommen werden. 2012 wird in den USA die Schuldenbombe platzen – so Europe2020. Und dann?
   Unter der unscheinbaren Nummer „1033" verschenkt das US-Verteidigungsministerium derzeit Granatwerfer, Hubschrauber, M-16 Sturmgewehre und gepanzerte Fahrzeuge an Polizeidienststellen. Bisher haben 17.000 Polizei-Dienststellen Kriegswaffen im Wert von knapp zwei Milliarden Euro bekommen. Aber auch die US-BĂĽrger bewaffnen sich. Der Verkauf von Schusswaffen plus Zubehör ist 2010 um 32 Prozent gestiegen. Anfang 2012 waren mehr als 200 Millionen (!) Schusswaffen in privater Hand. Die USA rĂĽsten sich fĂĽr einen BĂĽrgerkrieg. Unruhen dieser Art werden auch in China erwartet. In einem Rundschreiben forderte die kommunistische Partei Justiz und Polizeikräfte Ende letzten Jahres dazu auf, sich darauf vorzubereiten, in 2012 die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten.
   Nach Einschätzung von Europe2020 steuern die USA auf schwierige politische Verhältnisse zu. Die beiden Protestbewegungen Tea Party und Occupy Wall Street wĂĽrden das Zwei-Parteien-System der USA so durcheinander bringen, dass die USA innenpolitisch gelähmt wĂĽrden. Das – und weitere Entwicklungen – werde dazu fĂĽhren, dass der Ruf nach einem starken Mann, einem Landesretter, laut werde. Dieser werde wahrscheinlich aus dem militärischen Bereich kommen und gegen 2016 die politische BĂĽhne der USA betreten.
   Dass diese Entwicklung zum „starken Mann" – und das fĂĽr die ganze Welt – schon viel frĂĽher einsetzen könnte, darauf hat am 10. Dezember 2011 Michail Gorbatschow hingewiesen. Ihm wurde in MĂĽnchen der „Franz-Josef-StrauĂź"-Preis durch die CSU-nahe Hanns­Seidel-Stiftung verliehen. UnverblĂĽmt sprach der einst mächtigste Mann der UdSSR von einem Dritten Weltkrieg in 2012, wenn nicht Folgendes passiere: „Wir mĂĽssen ein System aufbauen, um globale Entscheidungen in einer globalen Welt zu treffen. Dazu bedarf es neuer Systeme, neuer Modelle. Das Setzen auf Superprofite, Superkonsum und sowas läuft ins Leere." Gorbatschow sagte hier nichts anderes als: Wir brauchen eine sozialistische Weltregierung der Neuen Weltordnung! Wie diese sich Bahn brechen werde, sagte Gorbatschow auch, ohne dass einer der anwesenden hochrangigen CSU-Politiker aufgesprungen wäre, um zu protestieren. Gorbatschow präsentierte ein Zitat des GrĂĽnders der Sowjetunion, Wladimir Iljitsch Lenin, der als einer der größten Menschen-Schlächter bisher in die Geschichte einging: „Aus dem Chaos entstehen neue Formen des Lebens. Und darum: Das Chaos ist ein Problem, die Krise ist ein Problem, aber da sind immer auch Möglichkeiten mit drin, die man unbedingt nutzen sollte."
   2012 könnte tatsächlich zu einem Jahr werden, in dem sich eine Weltkrise auf etlichen Ebenen dramatisch verschärft und der weltweite Ruf nach einem „starken Mann", einem Retter der Welt, immer lauter erschallt.

           TOPIC  Nr. 01/2012



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Wie biblischer Glaube in Deutschland verändert werden soll

   In unserer letzten Ausgabe berichteten wir, wie gezielt aus dem evangelikalen Raum heraus ein biblischer Glaube zerstört wird. Der Theologe Dr. Martin Erdmann schildert in dem Buch „Der Griff zur Macht" (Klick zur Leseprobe) (Bestell-Telefon 05237/899090), wie der gesamte Evangelikalismus verändert werden soll. Dabei spielt eine relativ neue Bewegung eine Rolle. Sie operiert unter dem Oberbegriff „Emerging Church" (EmCh) und ist auch hierzulande dabei – selbst in konservativen Kreisen –, Inhalte eines biblischen Glaubens geschickt umzudeuten.

   Emerging Church bedeutet direkt ĂĽbersetzt: „auftauchende, sich entwickelnde Kirche". In Deutschland firmiert EmCh unter „Emergent Deutschland". Emergent (abgeleitet von Emergenz) bedeutet, dass durch die Mischung von vorhandenen Elementen eines bestimmten Systems etwas ganz Neues entstehen kann. In Bezug auf die EmCh ist dies so zu verstehen: Christlicher Glaube und zeitgemäßes, postmodernes Denken und Leben sollen sich vermischen. Diese Vermischung soll durch den Aufbau eines weltweiten Netzwerkes erreicht werden. Von daher versteht sich „Emergent Deutsch­land" auch als ein Netzwerk ökumenisch ausgerichteter Christen in ganz unterschiedlichen Gemeinden. Sie versuchen, mit neuen liturgischen Elementen zu experimentieren, neue Zugänge zu Jugendlichen zu finden, die Weitergabe der christlichen Botschaft auf völlig neuen Wegen auszuprobieren und anderes mehr. Besonders der Weitergabe des Evangeliums fällt im EmCh-Programm ein größeres Gewicht zu, denn die VerkĂĽndigung des Wortes Gottes steht erst am Ende eines langen Prozesses, den die EmCh so beschreibt: Als erstes sollten sich Christen in die aktuelle Kultur einbringen – z. B. durch soziales Engagement. Danach muss eine genaue Gesellschaftsanalyse folgen, was die EmCh „Kontextanalyse" nennt. Wie denken heute Akademiker? Wie „ticken" Hartz-IV-Empfänger? Der nächste Schritt soll der einer Freundschafts- und Vertrauensbildung in der Gesellschaftsgruppe sein, in der man später das Evangelium von Jesus Christus verkĂĽndigen will. Wenn alle diese Voraussetzungen zufriedenstellend abgearbeitet sind, erst dann kann der eigentliche missionarische Auftrag erfolgreich ausgefĂĽhrt werden. Die EmCh-Anhänger nennen diesen Prozess „Transformation", also Umgestaltung der Gesellschaft. Aus diesem Prozess der Transformation wer­de dann eine völlig neue christliche Kirche entstehen, so hoffen die EmCh-Vordenker.
   Die eigentliche Ur-Idee zu diesem EmCh-Netzwerk, aus dem weltweit schon viele eigenständige EmCh-Gemeinden entstanden sind, hatte jemand, der ĂĽberhaupt kein Christ war und in einem esoterischen Umfeld aufwuchs. Sein Name: Peter Drucker. Sein Vater war der oberste Freimaurer Ă–sterreichs (s. auch letzte Ausgabe), was fĂĽr eine Analyse des Denkmodells der EmCh einen interessanten Hinweis darstellt.
   Drucker machte in den USA Karriere im Bereich Management und ĂĽberlegte sich eine Methode, um eine gesunde Gesellschaft zu erzeugen. Eine gesunde Gesellschaft benötige nach Druckers Vorstellungen drei vitale Sektoren, die miteinander zusammenspielen sollten: einen öffentlichen Sektor des effektiven Regierens, einen privaten Sektor der effektiven Geschäftswelt und einen sozialen Sektor der effektiven Organisationen des Gemeinwesens, einschlieĂźlich der religiösen Organisationen. Drucker „verkaufte" seine Idee vor allem christlichen FĂĽhrern in den USA mit der verfĂĽhrerischen Aussicht, dass, wenn Christen alle drei Sektoren der Gesellschaft mit ihren Leuten besetzen könnten, eine Gesellschaft sich total verändern könne. Es entstehe eine Art göttliches Königreich auf Erden. Bill Hybels, Rick Warren sowie die EmCh-Urgesteine Erwin McManus und Brian McLaren lieĂźen sich von Drucker mehr oder weniger stark inspirieren.
   Drucker ist letztlich der entscheidende Stichwortgeber und Ideenlieferant auch fĂĽr die deutsche Emergent-Bewegung. Er prägte EmCh-Pioniere, die ĂĽber BĂĽcher und Vorträge groĂźen Einfluss auch auf deutsche EmCh­Sympathisanten ausĂĽben.
   Die Hauptkaderschmiede fĂĽr emergentes Gedanengut in Deutschland befindet sich am Marburger Bildungs- und Studienzentrum (mbs), das organisatorisch zum Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverband gehört. Das mbs bietet ein Studienprogramm mit der Bezeichnung „Gesellschaftstransformation" an, in dem fĂĽhrende Köpfe des EmCh-Gedankengutes dozieren. Darunter: Dr. Tobias Faix, Dozent am mbs und intellektueller Kopf von Emergent Deutschland, sein Doktorvater Prof. Dr. Johannes Reimer, der am Theologischen Seminar Ewersbach (Ausbildungsstätte der Freien Ev. Gemeinden/FeG) auch Missiologie lehrt, Dr. Peter Aschoff, Leiter einer emergenten Gemeinde in Erlangen und auch Leiter der Ă–ffentlichkeitsarbeit von Alpha Deutschland, sowie Christina Brudereck, ev. Theologin mit verschiedenen Aufgaben innerhalb der Ev. Kirche im Rheinland. Eine weitere Kaderschmiede fĂĽr EmCh-Gedankengut befindet sich in der Schweiz. Es ist das Institut fĂĽr Gemeindebau und Weltmission (IGW) in ZĂĽrich. Laut Erdmann ist der ehemalige Studienleiter des Institutes, Michael (Mike) Bischoff, einer der einflussreichsten EmCh-BefĂĽrworterin der Schweiz. Als weitere treibende Kräfte in Bezug auf ErnCh im Alpenstaat nennt Erdmann Heinz und Martin Strupler. Aktiver Förderer der EmCH-Bewegung ist auch der ehemalige Prediger der Freien ev. Gemeinden, Reinhold Scharnowski, der mit Prof. Reimer zum Dozentenkreis des IGW gehört. Scharnowski ist stellvertretender Leiter der Konsultation fĂĽr GemeindegrĂĽndung, welche in Verbindung mit zahlreichen Gemeindeverbänden und Werken während eines Kongresses im Juni 2013 eine gemeinsame Vision fĂĽr GemeindegrĂĽndung erarbeiten will.
   Reimer behauptete 2008 in einer schriftlichen Stellungnahme, dass er mit der deutschen EmCh-Bewegung nichts zu tun habe. In einem Fernseh-Interview mit ERF Medien befĂĽrwortet er 2007 jedoch das Grundkonzept der EmCh, nach dem er auch eine Gemeinde in seinem Heimatort aufgebaut habe. AuĂźerdem tritt er stets mit deutschen EmCh-Größen wie Dr. Tobias Faix auf und arbeitet mit weiteren Aktivisten wie Harald Sommerfeld oder Klaus Schönberg zusammen. Reimer engagiert sich auch als Dozent in dem von Faix geleiteten EmCh-­Studienprogramm „Gesellschaftstransformation" am mbs. Doch nicht nur das: Er entwickelte mit Dr. Tobias Faix, Tobias KĂĽnkler und Dr. Volker Brecht diesen Studiengang „Gesellschaftstransformation". Ă„hnlich wie die EmCh-Vordenker in den USA lehrt auch Reimer, dass Christen dazu berufen seien, ganze Städte und Dörfer u. a. durch soziales Engagement zu heilen. Dies soll zum Teil auch unter Mitwirkung einflussreicher Nichtchristen (Politiker, Geschäftsleute etc.) verwirklicht werden. Drucker und seine Drei-Sektoren-Theorie lassen grĂĽĂźen.
   Reimers Einfluss und Aktionsradius sind enorm. So ist er u. a. Vorstandsmitglied des Arbeitskreises fĂĽr evangelikale Missiologie (AfeM) und Kuratoriumsmitglied von ProChrist und der neuen Aktion Glaube am Montag 2012. Als gefragter Redner auf Tagungen und Konfe­renzen in nahezu allen Gemeindeverbänden erreicht er vor allem SchlĂĽsselpersonen in der evangelikalen Jugendszene. Aufgrund seiner Rolle als Gastdozent an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest öff­nen sich fĂĽr Reimer und sein durch EmCh-Kerninhalte geprägtes Gedankengut auch TĂĽren im Bereich der deutschen BrĂĽdergemeinden.
   Das EmCh-GroĂźprojekt ist in den USA von langer Hand sehr klug vorbereitet worden. Im aktuellen postmodernen Denken existiert „die" Wahrheit nicht mehr. Es gibt nur noch gleichberechtigte Wahrheiten nebeneinander. EmCh-Vordenker wollen nun christlichen Glauben mit postmodernem Denken im Sinne einer Emergent vermengen, um ein neues Christentum zu kreieren. Doch wie kann der Glaube an eine absolute Wahrheit zusammenpassen mit der Ansicht, es gebe "die" Wahrheit nicht? Eigentlich gar nicht, was EmCh-Aktivisten aber bestreiten.
   Es zeichnet sich jetzt schon ab, auf welchen Weg sich die EmCh-Aktivisten eingelassen haben. Das Emergent-Modell geht davon aus, dass sich durch eine ständige Vermischung von Denken, Kultur, Glaube etc. stets etwas Neues entwickeln wird – immer wieder etwas Anderes, Neuartiges. Mit anderen Worten: Der Mensch ist auf der „ewigen" Suche nach Wahrheit, nach dem Absoluten.
   Der Freimaurer und Philosoph Guiliano Di Bernarda, Professor an der Universität von Trient, schreibt in seinem Buch „Die Freimaurer und ihr Menschenbild": „FĂĽr den Christen ist die Wahrheit absolut, ewig und unveränderlich. Sie ist direkt von Gott offenbart ... FĂĽr den Maurer dagegen ist die Wahrheit ein gedanklicher Richtpunkt, nach dem er sich bei seiner initiatischen [Einweihung aufgrund von Ritualen] Selbstveredlung ausrichtet. Die Wahrheit ist ein fernliegendes Ziel, dem er sich schrittweise nähern kann, ohne es je ganz zu erreichen. Kein Maurer kann fĂĽr sich in Anspruch nehmen, die Wahrheit zu besitzen." Um diese „Einsicht" zu gewinnen, fördert die Freimaurerei den Dialog mit fremden Denkmodellen. Dabei soll man erkennen, dass die „eigene" Wahrheit eine unter vielen anderen zu sein scheint. Und diesen Erkenntnis-Weg hat die EmCh eingeschlagen.
   Viele der evangelikalen EmCh-Aktivisten werden sicherlich mit der antichristlichen Freimaurerei nichts zu tun haben wollen, erkennen aber nicht, dass sie nach deren Denkmodell vorgehen. Es ist wohl kein Zufall, dass Druckers Vater ausgerechnet ein fĂĽhren­der Freimaurer war. Auch die völlig ĂĽbertriebene und neue Akzentuierung des sozialen Bereiches – als ob Christen nicht schon immer neben der VerkĂĽndung des Evangeliums auch praktische Nächstenliebe gezeigt hätten – hat auffallende Parallelen zur Freimaurerei. Freimaurer riefen viele Wohltatigkeits- und Hilfsorganisationen ins Leben, um durch gute Taten sich selbst und die Menschheit zu veredeln. So grĂĽndete beispielsweise der Schweizer Freimaurer Henri Dunant das Rote Kreuz und stand mit anderen Freimaurern an der Wiege des Christlichen Vereins junger Menschen (CVJM). Desgleichen wurde die Internationale Pfadfinderbewegung mit ihrem Motto „Jeden Tag eine gute Tat" von einem bedeutenden englischen Freimaurer gegrĂĽndet.
   Kritiker dieses EmCh-Prozesses einer gesellschaftlichen Transformation sehen bei den EmCh-Aktivisten nicht nur das Problem eines antichristlichen Denkmodells, sondern noch einen tĂĽckischen Hinterhalt, in den Christen hineingeraten könnten: Bei der von den EmCh-Aktivisten geforderten intensiven Beschäftigung mit „der Welt" besteht die groĂźe Gefahr fĂĽr Christen darin, ganz und gar vom biblischen Weg abzukommen.

         TOPIC  Nr. 02/2012



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Brandherd Naher Osten: Warum dort ein 3. Weltkrieg entstehen könnte

   Etliche Zuhörer einer Veranstaltung der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung verlieĂźen während einer Rede von Michael Gorbatschow am 10. Dezember 2011 geschockt den Saal (TOPIC berichte in seiner Ausgabe 12/201 1). Der einst mächtigste Mann der UdSSR sprach offen von einem
3. Weltkrieg, der bevorstünde. Den verstörten Zuhörern sagte er dann noch Folgendes: „Diesmal werden Sie für Sylvester noch genügend Bratwürste und Eisbein haben. Naja, was das nächste Jahr betrifft, da sollten wir uns Gedanken machen, und zwar zusammen." Für Gorbatschow scheint 2012 eine Art Entscheidungsjahr für einen großen Weltkrieg zu sein. Warum dies keine unnötige Angstmacherei ist, zeigen Hintergründe, die im Westen der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt sind.
   Seit Jahren fĂĽhren die USA und ihre westlichen VerbĂĽndeten Kriege, die sie teilweise selbst vom Zaun brechen und die Russland wirtschaftlich und geostrategisch sehr schaden. 1991 begannen mehrere Kriege auf dem Balkan, in deren Folge der Vielvölkerstaat Jugoslawien zerschlagen wurde. Am 20. März 2003 bombardierten die USA und ihre VerbĂĽndeten den Irak, und es begann der 3. Golfkrieg. Nach einer Resolution der UNO begann die NATO am 19. März 2011 einen Krieg gegen Libyen.
   Was hatten die drei grausamen Diktatoren der angegriffenen Staaten – Miloseule, Saddam Hussein und Gaddafi – und ihre Länder gemeinsam, dass sie vom Westen unterworfen wurden? Jugoslawien, der Irak und Libyen unterhielten ĂĽber den Rat fĂĽr gegenseitige Wirtschaftshilfe, der sowjetischen Entsprechung der Europäischen Union (EU), beste Wirtschaftsbeziehungen zu Russland und den Ostblockstaaten. Ihre politischen FĂĽhrer waren antiamerikanisch eingestellt und verwehrten westlichen Wirtschaftskräften den Zugriff auf ihre Länder. Welche Summen bei dieser wirtschaftlichen Kooperation mit Russland im Spiel waren, zeigt das Embargo, das der Westen vor dem Beginn des
2. Golfkrieges 1991 gegenüber dem Irak verhängte. Allein in den ersten sechs Monaten des Handelsembargos verlor die damals noch existierende Sowjetunion vier Milliarden US-Dollar.
   Auch der Libyenkrieg machte ein ganz groĂźes Geschäft der Russen kaputt. Denn Libyens Staatschef Gaddafi hatte mit den Russen 2008 vereinbart, dass der russische Energie-Konzern Gazprom das gesamte Erdgas in Libyen verwerten sollte. Gazprom beabsichtigte, dafĂĽr eine extra Pipeline durch das Mittelmeer nach Europa zu bauen. Damit hätte der russische Energie-Riese mit der Ende 2011 eröffneten Ostseeröhre „North Stream" und dieser Mittelmeer-Pipeline den westeuropäischen Gasmarkt kontrollieren können. Nun werden französische, britische und US-amerikanische Konzerne das Libyengeschäft mit dem Gas machen. FĂĽr Russland stellt sich die Situation so dar: Ăśberall dort, wo es in der Lage wäre, gute Geschäfte zu machen, wird es per Krieg und Eroberung ausgeschlossen. Diese Situation könnte dazu fĂĽhren, dass die Russen eine weitere Einschränkung ihres wirtschaftlichen Einflusses nicht hinnehmen und per Krieg abwehren könnten.
   Deshalb werden Iran und Syrien quasi zu zwei „Tretminien", die das Potenzial haben, eine kriegerische „Weltexplosion" auszulösen. Moskau zählt diese beiden Länder nämlich zu seiner wirtschaftlichen Einfluss-Sphäre. Dies wird auch der Grund sein, weshalb etliche groĂźe russische Kriegsschiffe in den syrischen Hafen Tartus eingelaufen sind oder vor dem Hafen Position bezogen haben – zum Beispiel der Flugzeugträger „Admiral Kusnezow". Gleichzeitig haben die USA und ihre westlichen VerbĂĽndeten groĂźe Kriegsschiffe – darunter zwei US-Flugzeugträger und das modernste Kriegsschiff GroĂźbritanniens – in die Region geschickt, um dort auch militärisch voll präsent zu sein. Ein weiterer US-Flugzeugträger soll im März in der Golfregion eintreffen.
   Russland lehnt einen Regimewechsel in Syrien nach "libyschem Vorbild" ab. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz Ende Januar sprachen sich sowohl der russische wie auch der tĂĽrkische AuĂźenminister gegen eine gewaltsame Einmischung in der Syrien-Krise aus. Etwa zur gleichen Zeit kritisierte der russische Premier Putin das Streben der USA nach Weltherrschaft. Syrien ist ein wichtiger Waffenkunde Russlands. Ausgerechnet als die EU weitere Sanktionen gegen Iran und Syrien beschloss, verkĂĽndigten Moskau und Damaskus ein groĂźes Waffengeschäft: Die Russen werden dem syrischen Militär 36 Kampfflugzeuge im Wert von umgerechnet 427 Millionen Euro liefern.
  Ăśber der gesamten Region des Nahen Ostens sind dunkelste Kriegswolken aufgezogen. Es geht nicht nur um den Iran oder Syrien, sondern um zwei Weltmächte, die den Finger bereits am Abzug ihrer Kriegsmaschinerie haben.

         TOPIC  Nr. 02/2012



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Wie die Ev. Kirche den christlichen Ehebegriff „schlachtete"

   Eine ungewöhnliche Schwangerschaft bewegt seit Mitte Februar die Ă–ffentlichkeit. Eine lesbische Pfarrerin, die mit einer Politikerin eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen ist, bekommt in drei Monaten ein Kind. Es handelt sich um Eli Wolf, Leiterin des EVAngelischen Frauenbegegnungszentrums der Ev. Kirche in Hessen und Nassau in Frankfurt am Main. Die 46-Jährige ist seit 2002 mit der Staatssekretärin im nordrhein-westfälischen Ministerium fĂĽr Gesundheit und Emanzipation, Marlis Bredehorst, verpartnert. Die 55-jährige Politikerin gehört der Partei BĂĽndnis 90/Die GrĂĽnen an. Das Kind soll per kĂĽnstliche Befruchtung fabriziert worden sein. Ihre „Liebe auf den ersten Blick" habe 1997 bei einer Geburtstagsfeier begonnen, berichten die Frauen in der Bild-Zeitung. Nach der Geburt will Eli Wolf Elternzeit beantragen und nach Köln ziehen, wo die Padnerinnen eine gemeinsame Wohnung haben. Bredehorst kĂĽndigte an, ihr tägliches Arbeitspensum zu kĂĽrzen, „um Freiräume fĂĽr Frau und Kind zu schaffen". Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können, gehöre zu den AnsprĂĽchen ihres Ministeriums. Ăśbereinstimmend berichten die Frauen, in ihrer Umgebung nur positive Reaktionen zu erfahren. In ihrer Kirche erlebe sie „pure Freude", so die schwangere lesbische Pastorin.
   Nach Angaben des hessen-nassauischen Kirchensprechers Stephan Krebs leben 24 der rund 1.700 landeskirchlichen Geistlichen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, darunter acht in einem Pfarrhaus. FĂĽr sie gelten dieselben Bestimmungen wie fĂĽr Ehepaare, so Krebs. Die Kirche betrachte gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften als mögliche Form des Zusammenlebens. Aus theologischer Sicht gebe es keine Einwände gegen homosexuelle Partnerschaften, wenn diese ethisch verantwortlich gelebt wĂĽrden und auf Dauer angelegt seien. Dies sei bei Wolf und ihrer Partnerin der Fall, wie der angekĂĽndigte Umzug nach Köln zeige. Das Kind wachse dann in einer Familie auf. Es ist keineswegs ein Zufall, dass sich ausgerechnet die Leiterin eines ev. Frauen-begegnungszentrums und eine „GrĂĽne" als Vorkämpferinnen eines völlig neuen Familienbegriffes innerhalb des kirchlichen Raumes medienwirksam in Szene setzen. Das neue Pfarrdienstgesetz aus dem Jahr 2010, das Homopaare im Pfarrhaus rechtlich erlaubt und den klassischen Familienbegriff von Vater, Mutter und Kindern abschafft, sowie die Präsentation solcher Homo-„Familien" in der Ă–ffentlichkeit sind der Endpunkt eines langen Prozesses innerhalb der ev. Kirche. Dieser Prozess ist ein Kampf, der von Linken und GrĂĽnen seit ĂĽber 20 Jahren gefĂĽhrt und ĂĽber SchlĂĽsselpositionen wie ev. Akademien und Frauenzentren gelenkt wird.
   Schon 1984 forderten ev. Theologie-Studenten auf einer Vollversammlung in Berlin, die „heilige Kuh der evangelischen Sozialethik, die Ehe, zu schlachten!" 1987 verlangte die Pastorin Helga Frisch, eine Vordenkerin der Rheinischen Kirche, in Publikationen, die Institution Ehe abzuschaffen und Segnungen von „Wilden Ehen" einzufĂĽhren.
   Zu einer gewaltigen Richtungsentscheidung im deutschen Protestantismus kam es dann in den 1990er Jahren. 1994 duldete der damalige Superintendent in Köln und spätere EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock die 1. Kölner Homo-Trauung. Kock protestierte auch nicht, als der konfessionslose PDS-Chef Gregor Gysi in der Kölner Antoniter-Gemeinde predigte. Von Gysi war schon damals bekannt, dass er die Abschaffung aller Privilegien der Ehe fordert und fĂĽr die Gleichstellung aller Lebensformen sowie fĂĽr eine „Homo-Ehe" plädiert.
   In einem Beitrag fĂĽr die Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium"Rheinland aus dem Jahr 1998 stellte der Wissenschaftliche Bibliothekar Dr. Johannes Rogalla von Bieberstein einmal zusammen, welches rotgrĂĽne Netzwerk innerhalb der ev. Kirche das Pro­jekt „Ehe schlachten" vorangetrieben oder duldend gefördert hat. Dazu gehörten: der rheinische Superintendent Dr. Rainer Stuhlmann, die GrĂĽne und Pastorin Antje Vollmer, der Cottbusser Generalsuperintendent Rolf Wischnath, der Ratsvorsitzende der Ev. Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock, der hessen-nassauische Kirchenpräsident Peter Steinacker, die frĂĽhere Leiterin des Frauenbildungszentrums der EKD in Gelnhausen, Herta Leistner, und etliche andere kirchliche Funktionäre in SchlĂĽsselpositionen der ev. Kirche.
   Von Bieberstein stellt auch detailliert dar, welche tragende Rolle kirchliche Akademien wie die in Bad Boll, Loccum, Gelnhausen oder Lage-Stapelage (gehört nicht mehr der ev. Kirche) bei der Abschaffung des biblischen Ehebildes spielten. Besonders die Akademien in Bad Boll und Loccum galten unter Lesben als Geheimtipp, weil man dort in „erotischer Atmosphäre" eine Partnerin finden konnte. Damit diese lesbischen Veranstaltungen kein groĂźes Aufsehen erregten, wurden sie nicht im offiziellen Tagungsprogramm angezeigt. Auch im Frau­enbildungszentrum der EKD in Gelnhausen, das etliche Jahre von der bekennenden Lesbe Herta Leistner geleitet wurde, gab es solche Lesben-Treffen. Schon 1983 forderte Leistner, dass auch Lebensgemeinschaften von „zwei oder mehreren Frauen (oder auch Männern)" gesegnet werden sollten. Dass knapp 30 Jahre später ein Teil dieser Forderung im Pfarrdienstgesetz umgesetzt wird, hätte damals niemand fĂĽr möglich gehalten. Grundsätzlich gestattet das neue Pfarrdienstgesetz nicht nur das Zusammenleben von Homopaaren, sondern auch Dreier- oder Vierer-Gemeinschaften so, wie sich Herta Leistner das vorgestallt hatte – allerdings (bisher noch) ohne Segnung.
   Von Bieberstein stellt in einem Beitrag auch dar, welches eigentliche Ziel ĂĽber die Homo-Schiene verfolgt wird. Es ist das kommunistische Ziel, die Kirche zu zerstören. Von Bieberstein schreibt schon 1998: „In der Kirche sind einflussreiche Kreise also bereits fast an ihr Ziel gekommen, das Programm von Karl Marx zu verwirklichen. Dieser hat bekanntlich in seinem Manifest die ,Entweihung alles Heiligen' sowie die ,Aufhebung der Familie' proklamiert."
   Die Verschwulung der ev. Kirche wird wahrscheinlich ĂĽber die Lesben-Schiene weiter vorangetrieben werden. Denn es sind mittlerweile die Frauen, die die ev. Kirche dominieren. Der Anteil der Pfarramts-Anwärterinnen steigt seit Jahren kontinuierlich. Die Ev. Kirche von Westfalen zählte im Jahr 2010 insgesamt 32 Pfarramtsanwärter, davon 20 Frauen.
   Konservative Christen innerhalb der ev. Kirche mĂĽssen erkennen, dass sie mit einem Protest gegen diese Verschwulung der Kirche ĂĽberhaupt keine Chance mehr haben. Als sich ein TOPIC-Leser bei einem Superintendenten eines norddeutschen ev.-luth. Kirchenkreises wegen der sĂĽndhaften Haltung der Kirche in Bezug auf ausgelebte Homosexualität beschwerte, antwortete der Superintendent so: „Es ist nicht so, dass Homosexualität grundsätzlich als SĂĽnde abzutun wäre ... Die Frage ist nicht nach Homosexualität – ja oder nein?' sondern: ,Wenn Homosexualität – dann wie?' Gottvertrauen, Verlässlichkeit, Treue, FĂĽreinanderdasein, tiefe Liebe und gemeinsame Hoffnung: das sind dann biblisch verankerte Grundwerte, die fĂĽr eine heterosexuelle wie fĂĽr eine homosexuelle Beziehung gelten mĂĽssen."
   Worauf sich diese Einstellung grĂĽndet, schrieb der Superintendent auch: „Im Hintergrund steht ein grund­sätzlich unterschiedliches Schriftverständnis [zu dem des bibeltreuen Briefschreibers]. Die EKD läuft mit der von Ihnen so scharf kritisierten Einstellung zu homosexuellen Beziehungen nicht dem Zeitgeist nach, sondern drĂĽckt darin ihre gegenwärtige Einsicht in Gottes Wort und Willen aus." Gegenwärtige Einsicht? In den Willen Gottes? Der englische Prediger Spurgeon hätte dazu gesagt: „Es gibt nichts Neues in der Theologie – ausgenommen das, was falsch ist!“

         TOPIC  Nr. 03/2012



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Mysteriöser Schofar-Horn-Ton ist rund um den Globus zu hören

   Weltweit werden Menschen von mysteriösen Geräuschen erschreckt, die seit Sommer 2011 wahrgenommen werden. Die meisten Hör-Phänomene erinnern an das Blasen eines Horns. Aber auch andere Varianten sind zu vernehmen, wie beispielsweise das Schlagen an einen groĂźen Kessel in einer Halle. Wissenschaftler ĂĽberall auf der Welt bestätigen die merkwĂĽrdigen Geräusche. Im Dezember 2011 stellten Forscher von der US-Weltraumbehörde NASA und von anderen Instituten auf einer Tagung in San Francisco solche Schall-Beispiele vor. FĂĽr einige rätselhafte Töne konnten die Wissenschaftler natĂĽrliche Erklärungen vorlegen — aber längst nicht fĂĽr alle.
   Im Internet kursieren fĂĽr die rätselhaften Geräusche recht unterschiedliche Erklärungsmodelle. Sie reichen von Militär-Experimenten mit der HAARP-Anlage in Alaska (TOPIC berichtete mehrfach) ĂĽber Begleittöne in Bezug auf einen möglichen Polsprung der Erde bis hin zu Ton-Signalen von AuĂźerirdischen. Christen spekulieren darĂĽber, ob dieses weltweite Phänomen nicht auch ein Gotteszeichen sein könne. Dabei verweisen sie auf das Schafar-Horn, das in der Bibel unter der Bezeichnung Posaune, Horn oder Widderhorn ĂĽber 80- mal im Alten wie im Neuen Testament genannt wird. Dass solch ein göttliches Schofar-Horn tatsächlich zu hören ist, darauf verweisen z. B. Textstellen im 2. Buch Mose im 19. Kapitel.
   Das Schofar-Horn, das aus Widder- oder Kuduhorn hergestellt wird, ist eines der frĂĽhesten Musikinstrumente der Menschheit. Es gehört auch zu den ältesten und bekanntesten Symbolen des Judentums – seit 3.000 Jahren bis heute. Es wurde im jĂĽdischen Volk zu Anlässen von Freude und Triumpf geblasen, symbolisierte aber auch Leid und VerwĂĽstung. Im Neuen Testament wird das Erschallen des Schofar-Horns im Zusammenhang mit der RĂĽckkehr Jesu Christi (1. Thess. 4,16) genannt und auch bei der Sammlung der „Auserwählten" zu hören sein (Matth. 24,31). Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, wird das Schofar-Horn 6-mal zum Gericht geblasen und ein 7. Mal, um die endgĂĽltige Herrschaft von Gott und Christus anzuzeigen.
   Ob die derzeit weltweit auftauchenden Tonzeichen tatsächlich mit einer göttlichen Dimension zu tun haben, kann natĂĽrlich niemand sagen. Mysteriöse Geräusche hat es zu allen Zeiten auf diesem Globus gegeben – und sie sind auch belegt. Interessant wäre in diesem Zusammenhang allerdings herauszufinden, ob dieses aktuelle „Schofar-Geräusch" einmalig in der weltweiten Sammlung von Schallmessungen in Bezug auf solche Geräusche ist. Eines kann man jedoch mit Sicherheit sagen: Es taucht derzeit ĂĽberall auf dem Globus auf und unterscheidet sich an den verschiedenen Orten nur in unbedeutenden Varianten.

           TOPIC  Nr. 03/2012



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Warum sich Menschen mit wichtigen Informationen nicht beschäftigen

   TOPIC-Leser kennen das Problem: Brisante TOPIC-Artikel mit Hintergrund-Informationen zu aktuellen Themen stoĂźen bei einer Weitergabe oft auf Desinteresse oder Ablehnung. Eigentlich sollte man meinen, wenn Menschen ĂĽber wichtige Themen nur wenig wissen, dann wĂĽrden sie Informationen, die ihnen das Thema schlĂĽssig erklären, wie ein Schwamm aufsaugen. Doch das Gegenteil ist der Fall, wie Studien jetzt gezeigt haben. Zwei Wissenschaftler von der University of Waterloo (Kanada) und der Duke University (USA) haben in einem Forschungs-Projekt mit 500 Personen herausgefunden: „Je weniger Menschen ĂĽber komplexe Themen wissen, desto mehr vermeiden sie, gut informiert zu sein. Und ie dringlicher die Themen, desto weniger wollen sich die Menschen damit beschäftigen", schreibt die Zeitschrift Psychologie Heute in ihrer März-Ausgabe zu der Untersuchung. In einer ähnlichen Studie aus den USA ĂĽber zur Neige gehende Ă–lvorräte zeigte sich zusätzlich: Je mehr man den Menschen die Dringlichkeit des Problems vor Augen fĂĽhrte, desto mehr wollten sie es aus ihrem Bewusstsein verbannen. Sie wollten von dem Thema schlicht und einfach nichts wissen.

             TOPIC  Nr. 03/2012



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Das Hauptfest der Christen

   Das Osterfest ist in der Christenheit umstritten. Nicht wegen des Inhalts – die Auferstehung Jesu zu feiern –, sondern wegen des Namens und der heidnischen Bräuche, die mit Ostern verbunden sind. Wer sich auf die Suche begibt, den Ursprung und die Bedeutung des Begriffes Ostern zu ergrĂĽnden, verliert sich im Dickicht der Forschung. Mal soll die babylonische Göttin Astarte Pate gestanden haben, mal die germanische FrĂĽhlingsgöttin Ostera. Fazit: Nichts Genaues weiĂź man nicht!
   Selbstverständlich findet sich der Begriff Ostern auch nicht in den Grundtexten der Bibel. Dort steht stets das griechische Wort fĂĽr Passahfest. Am jĂĽdischen Passah, Pascha oder Pessach wird der Auszug der Kinder Israels aus dem ägyptischen Sklavenhaus gefeiert. Der ev.-luth. Pastor Malte Haupt schreibt in seinem Buch „Was wir heute feiern – Ursprung und Sinn der christlichen Feste": „Wahrscheinlich schon in neutestamentlicher Zeit gab es eine jährliche Passahfeier der Urchristen mit Christus als dem fĂĽr uns geopferten Passahlamm als neuem Inhalt. Sicher bezeugt und ihrem Ablauf beschrieben ist eine solche Feier in der Mitte des 2. Jahrhunderts: Eine Feier zum Gedächtnis des Todes Jesu, mit langer Nachtwache bis zum Morgen, an dem die Eucharistie, das Heilige Abendmahl gefeiert wurde – also die älteste Osternachts-Feier. Sie umfasste Tod und Auferstehung, Kreuz und Erhöhung
Christi in einem ..."
   FĂĽr Christen ist das Auferstehungs-Fest zum Oster-Termin das Hauptfest im „Jahreskalender des Glaubens". Denn wäre Christus nicht auferstanden, so schreibt der Apostel Paulus im 1. Korinther-Brief (Kap. 15,17), „dann ist euer Glaube vergeblich und ihr steckt immer noch in euren SĂĽnden."
   Während die Forschung nicht sicher belegen kann, woher der Name Ostern letztlich kommt, ist aber das Geschehen, an das sich die Christenheit zum Oster-Termin erinnert, gut bis hervorragend belegt. Zum einen durch die Bibel selbst – durch das Zusammenspiel von Altem und Neuem Testament.
   Fasst man nämlich die Prophezeiungen des Alten Testamentes in Bezug auf die Geburt des Messias zusammen, so musste Jesus in einem recht engen Zeitfenster zur Welt kommen – und durch dieses kam er tatsächlich. Er musste geboren werden, bevor das Zepter von Judo genommen wurde (1. Mose 49,10), während der Tempel stand (Maleachi 3,1), solange die Geschlechtsregister verfĂĽgbar waren, um seine Abstammungslinie prĂĽfen zu können (2. Samuel 7,12; Psalm 89 u. a.), und kurz bevor der Tempel und Jerusalem zerstört wurden (Daniel 9,26). Heute wäre es definitiv zu spät fĂĽr das erste Kommen des Messias. Der auch in Deutschland bekannte evangelikale US-Autor Dave Hunt schreibt dazu in seinem Buch „Die Frau und das Tier": „Das Zepter wurde etwa im Jahre 7 n. Chr. von Juda genommen, als die Juden das Recht verloren, die Todesstrafe auszufĂĽhren. Dieses Recht war von entscheidender Bedeutung fĂĽr ihre ReligionsausĂĽbung, weil Tod die Strafe fĂĽr einige religiöse Vergehen war. Als Pilatus den Schriftgelehrten und Hohepriestern erklärte, dass er nichts mit Jesu tun wolle und sie ihn doch selbst richten sollten, antworteten sie: ,Es ist uns nicht erlaubt, jemanden zu töten' (Johannes 18,31). Der Messias musste geboren werden, bevor dieses Recht aufgehoben wurde, und musste danach umgebracht werden; denn er sollte nicht durch Steinigung sterben, die jĂĽdische Weise der Hinrichtung, sondern durch die römische Kreuzigung. Erstaunlicherweise wurde seine Kreuzigung prophezeit, Jahrhunderte bevor diese Art der Hinrichtung ĂĽberhaupt bekannt wurde: ,Sie haben meine Hände und meine FĂĽĂźe durchgraben' (Psalm 22,16).
   Der Messias musste auch offenbar geboren werden, solange noch die Geschlechtsregister existierten, andernfalls hätte man nicht sicherstellen können, dass er aus der Nachkommenschaft Davids ist. Diese Register gingen jedoch mit der Zerstörung Jerusalems und des Tempels 70 n. Chr. verloren. Dieses Ereignis sagten sowohl Daniel (9,26) als auch Christus selbst (Matthäus 24,2) voraus. Seitdem ist es fĂĽr das erste Kommen des Messias zu spät, wenngleich die Mehrzahl der Juden noch darauf wartet." Aber nicht nur die Bibel selbst liefert stimmiges Beweismaterial fĂĽr die GlaubwĂĽrdigkeit von Jesu Leben, Sterben und Auferstehen, auch auĂźerbiblische Quellen sichern die Beweislage ab. So ist der Theologe Prof. Dr. Klaus Haacker einmal der Frage nachgegangen, wer eigentlich – rein menschlich gesehen – schuld am Tod Jesu gewesen ist. Warum wurde Jesus eigentlich hingerichtet, wenn die Evangelien keine juristisch klare Antwort darauf geben? Auch nach der jĂĽdischen Tradition wäre es nicht zwingend gewesen, die Todesstrafe zu fordern. Jesus hatte gegen keinen Rechtssatz der Thora verstoĂźen. Haacker weist auf einen Aspekt hin, der bisher nur selten beleuchtet wurde: das römische Prozessrecht. Nach römischem Recht konnte – ohne Beweisaufnahme und Schuldspruch – jeder hingerichtet werden, wenn vier GrĂĽnde vorhanden waren: 1. wenn das Verbrechen eine öffentliche Tatsache war, 2. wenn der Beschuldigte geständig war, 3. wenn der Beschuldigte sich nicht verteidigte und 4. wenn der Volkszorn ein Verbrechen als Tatsache beglaubigte und eine sofortige Bestrafung einforderte.
   Nach dem Zeugnis der Evangelien schweigt Jesus, als er mit Anschuldigungen bombardiert wird: „Daraufhin brachten die Hohepriester schwere Beschuldigungen gegen Jesus vor. Doch Pilatus fragte ihn noch einmal: Hast du nichts dazu zu sagen? Siehst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen?' Aber zu seinem Erstaunen sagte Jesus kein Wort" (Markus 15, 4-5). Nach diesem Schweigen Jesu lieferte der Volkszorn einen weiteren juristischen Beweggrund, Jesus ohne Schuldspruch hinrichten zu lassen. In Markus 15 heiĂźt es ab Vers 13: „,Kreuzigung!' schrien sie. ,Aber warum?' fragte Pilatus. ,Was hat er denn verbrochen?' Doch sie schrien nur noch lauter: ,Kreuzige ihn!`
   Insgesamt verhielt sich Jesus so, dass er von der römischen Justiz zur Hinrichtung freigegeben werden musste. Haacker schreibt dazu: „Der springende Punkt im Verlauf der Verhandlung vor Pilatus ist nicht das echte oder gespielte ,Tauziehen' zwischen den Hohepriestern und dem Stadthalter, sondern die Kooperation Jesu mit seinen Anklägern im Verzicht auf jede Verteidigung. Wenn die Hinrichtung Jesu juristisch und moralisch ein Unrecht war, so besteht Anlass, von einer ,Mitschuld Jesu' an seinem gewaltsamen Ende zu sprechen. Von daher ist es berechtigt, das Schicksal Jesu als seinen ,ureigenen Tod' zu bezeichnen. Der Prozessverlauf bestätigt damit die neutestamentlichen Aussagen von Jesu eigener Hingabe seines Lebens (Markus 10,45; Johannes 10,18; Galater 1,4 und 2,20). Diese Aussagen sind keine spekulative nachträgliche Deutung, sondern beschreiben zutreffend ein Verhalten Jesu in seinem Leiden."
   Je mehr man sich mit Tod und Auferstehung Jesu beschäftigt, umso glaubwĂĽrdiger werden die Berichte im Neuen Testament. In einem Beitrag fĂĽr die Zeitschrift Faszination Bibel (1/2012) stellt der Professor fĂĽr Neues Testament, der Amerikaner Ben Witherington III, heraus, dass die Auferstehungs- Berichte des Neuen Testamentes fĂĽr den antiken Menschen haarsträubend gewesen sein mĂĽssen. Der Tod am Kreuz sei nämlich in der damaligen Zeit der schändlichste Tod gewesen. Dass ein Jesus mit einem solch schändlichen Tod der Retter der Welt sein soll, auf diese Idee wären Jesu Zeitgenossen niemals gekommen, wenn es nicht den geschichtlichen Tatsachen entsprochen hätte. Deshalb wĂĽrde Paulus auch in 1. Korinther 1, Vers 23 schreiben: Der Gekreuzigte „ist fĂĽr die Juden ein Skandal und fĂĽr die anderen Völker eine Dummheit". Auch die Tatsache, dass es ausgerechnet Frauen waren, die als erste Jesu Auferstehung bezeugten und deren Zeugnis schriftlich niedergelegt wurde, belege laut Witherington III den Wahrheitsgehalt der Auferstehung Jesu von den Toten. Berichten von Frauen wurde im ersten nachchristlichen Jahrhundert kaum geglaubt, wofĂĽr die Bibel in Lukas 24 Vers 11 selbst einen schlagkräftigen Beweis liefert. Als die Frauen den Aposteln vom leeren Grab berichteten, „hielten sie dieses fĂĽr leeres Geschwätz und glaubten ihnen nicht".
Der Zuruf der Christen zum Oster-Termin: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden!" ist keine reine Sache des Glaubens, sondern beruht auf unbestreitbaren Tatsachen.

         TOPIC  Nr. 04/2012



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Gauck, Merkel, Obama: Wie fromm sind die Mächtigen?

Was haben die Bordell-Trips deutscher Manager und Spitzenverkäufer von renommierten Versicherungen und Autofirmen mit der Wahl des neuen deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck zu tun? Aus biblischer Sicht bewertet, bezahlten die Firmen zahlreiche heimliche Ehebrüche ihrer Mitarbeiter, während der neue deutsche Bundespräsident ganz offen im Ehebruch verharrt. Pfarrer Joachim Gauck lebt – obwohl noch mit seiner ersten Ehefrau verheiratet – seit 12 Jahren mit Daniela Schadt – sie ist unverheiratet – zusammen. Was ist das für ein Signal an die Öffentlichkeit: Ein ehebrecherischer Gottesmann wird Staatsoberhaupt. Als ihn der ZDF-Chefredakteur Peter Fey nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten nach diesen merkwürdigen Zuständen in seinem Privatleben befragte, antwortete das frischgebackene Staatsoberhaupt lapidar: „Wenn alle in der Familie damit leben können, dann werden wohl auch alle anderen damit leben können." Gauck präsentiert sich als gläubiger Christ. In dem Interview-Buch von Günther Klempnauer „Suche nach Sinn" sagt Gauck: „Als Christ macht mich Gott verantwortungsfähig, indem ich ständig im Dialog mit Gott, seinem geoffenbarten Wort sowie meinem Gewissen stehe und mit meinem praktischen Tun Antwort gebe, koste es, was es wolle." Diese Aussage passt nun mal gar nicht zu dem, was Gauck in seiner wilden Ehe vorlebt. Sich zu Gott verbal bekennen ist eine Sache, dies aber mit seinem Leben bezeugen eine andere. Jesus rät in Matthäus Kapitel 7 Vers 20: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!"
   Wer diesen MaĂźstab an Bundeskanzlerin Angela Merkei anlegt, wird schnell die Stirn in Falten legen mĂĽssen. Anlässlich eines Festaktes in Siegen im März 2012 zu „60 Jahre Evangelischer Arbeitskreis" in der CDU/CSU  machte Merkei  in ihrer Festrede  deutlich, Politik sei nicht „allwissend und allmächtig". „Das letzte Wort hat Gott." Doch glaubt Merkel ĂĽberhaupt an den biblischen Gott?
   Zu ihrem 50. Geburtstag wĂĽnschte sich Merkel als Festredner den Hirnforscher Wolf Singer, ein Beiratsmitglied der kirchenfeindlichen atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung. Der Professor fĂĽhrte aus, dass das Gehirn keine Werkstatt des Ichs sei, sondern ein Labor. Dort schwirrten Neuronen herum, die letztlich alles bestimmten. Singer: „Es kann keine ĂĽbergeordnete Intelligenz geben!" Laut dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel klatschte Merkel daraufhin engagiert. Kann das iemand tun, der an Gott, den Schöpfer aller Menschen, glaubt? Der Spiegel kommentierte Merkels Applaus in seinem Artikel so: „Der Mensch Merkel kann nichts fĂĽr das, was er tut, auch nichts fĂĽr seine IrrtĂĽmer. Bush, Irak-Krieg, Köhler, Kopfpauschale, alles Sache der Neuronen. Sie ist die Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Union, aber ihre Zukunft liegt nicht in Gottes Hand, der dem Menschen die Freiheit schenkte ..." In ihrer Festrede in Siegen sagte Merkel: „Das Christentum hat unser Land in einzigartiger Weise geprägt." In einer Grundsatzrede vor dem Europäischen Parlament in StraĂźburg erwähnte Merkel das Christentum mit keinem Wörtchen. Dort verkĂĽndigte sie wortgewaltig: „Die Seele Europas ist die Toleranz!" Wie ernst kann man die frommen SprĂĽche von Politikern nehmen?
   Laut dem US-Magazin Forbes ist Merkel derzeit die mächtigste Frau der Welt. Der mächtigste Mann der Welt ist wohl US-Präsident Obama. Auf dem jährlichen Nationalen GebetsfrĂĽhstĂĽck in Washington D. C. Anfang dieses Jahres sagte Obama: „Uns allen hilft es, wenn wir innehalten, beten und auf den Schöpfer hören ... Ich spreche jeden Morgen ein Gebet und lese kurz in der Bibel."
   Die konservative christliche US-Stiftung WollBuilders (Mauernbauer) zeigte vor Kurzem in einem Artikel auf, wie sich Obama selber und seine Regierung in den letzten vier Jahren antichristlich geäuĂźert und aufgestellt haben. Die Stiftung präsentiert dafĂĽr ĂĽber 40 beeindruckende Beispiele. So verlangte Obama im April 2009 bei einer Rede in der Georgetown Universität, dass eine Skulptur, die den Namen Jesus versinnbildlichte, zugehängt wurde. Seit Oktober 2010 lässt Obama immer öfter, wenn er die amerikanische Unabhangigkeits­Erklärung zitiert, den Bezug auf Gott, den Schöpfer weg. Obama segnete auch gezielte Provokationen gegen Christen ab. So entsandte die Obama-Administration im April 2009 drei neue Botschafter in den Vatikan, die sich klar fĂĽr den Mord an Ungeborenen im Mutterleib (Abtreibung) aussprachen. Der Vatikan schickte diese Botschafter wieder zurĂĽck. Im Februar 2012 entschuldigte sich die Obama-Regierung fĂĽr das Verbrennen von Koran-BĂĽchern durch das US-Militär. Als jedoch das US-Militär in Afghanistan Bibeln verbrannte, wurde diese Aktion als gerechtfertigt bewertet.
   Wie fromm sind die Mächtigen? Der britische Schriftsteller und Dichter Rudyord Kipling (1865 bis 1936) prägte einmal folgende Aussage: „Worte sind das stärkste Rauschgift, das die Menschheit verwendet!" Deshalb rät die Bibel auch: „An den FrĂĽchten sollt ihr sie erkennen!"

           TOPIC  Nr. 04/2012



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Die biblischen Wurzeln der christlichen Feiertage

   Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten: Ein Zeitabschnitt von 53 Tagen, in dem die Christenheit wie zu keiner anderen Zeitspanne im Jahr der Grundlagen ihres Glaubens gedenkt. Diese christlichen Feste zu feiern, ist in manchen – vor allem streng bibeltreuen – Gemeinden verpönt. Dort wird die Meinung vertreten, etliche der christlichen Feste seien zu heidnisch ausstaffiert und deshalb abzulehnen. Andere wiederum bringen das Argument vor, in der Bibel sei uns Christen nicht aufgetragen worden, bestimmte Termine zu christlichen Feiertagen aufzuwerten. Zentraler Glaubensinhalte an bestimmten Tagen zu gedenken und diese auch zu feiern ist biblisch. Jahwe, der Gott Israels, selbst ordnete Feste an, an denen sich die Israeliten durch symbolische Handlungen und Gegenstände an die Heilsgeschichte Gottes erinnern sollten – ganz anschaulich und mit allen Sinnen fassbar. Warum soll dies heute fĂĽr Christen verkehrt sein?
   Im Alten Testament werden sieben regelmäßige Feste erwähnt. Zu diesen Anlässen soll Jahwe als der wahre Gott und Erhalter seines Volkes geehrt werden. Unser Israel-Korrespondent Rainer Schmidt hat einmal zusammengestellt, welche jĂĽdischen Feste mit biblischem Ursprung in diesem Jahr zeitgleich mit den christlichen Festen von Ostern bis Pfingsten gefeiert werden:
   Die „Begegnungszeiten Gottes mit Seinem Volk" lautet die wörtliche Ăśbersetzung der sieben in 3. Mose 23 näher beschriebenen „Feste des Herrn". Es sind: der Sabbat, das Fest der ungesäuerten Brote (Passah), die Darbringung der Erstlingsfrucht, das Fest der Wochen, das Fest des Hörnerschalls (Posaunenfest), der Versöhnungstag und das LaubhĂĽttenfest. Die nach dem jĂĽdischen Kalender gefeierten Feste haben auch fĂĽr Christen groĂźe Bedeutung.
   Jesus feierte mit den JĂĽngern das Passamahl, er wurde zum wahren Passalamm fĂĽr uns. Diesem ersten Fest, das am 14. Tag des jĂĽdischen Monats Nissan gefeiert wird, schlieĂźt sich unmittelbar das „Fest der ungesäuerten Brote" an. Beide Feste gehören eng zusammen und werden heute als „Passahfest" bezeichnet.
   Das Fest der ungesäuerten Brote dauert sieben Tage. So, wie die Israeliten während dieses Festes jeglichen Sauerteig aus ihren Häusern entfernen, so sollen auch wir dies in unserem Leben tun (1 . Kor. 5, 7-8). Der erste und letzte Tag sind Vollfeiertage – damals wie heute. Die Vollfeiertage im Zusammenhang der Feste werden auch Schabat genannt, unabhängig davon, auf welchen Wochentag sie fallen. Ruhetag im Zusammenhang der Feste ist also nicht unbedingt der siebte Wochentag. Der erste Tag des Festes der ungesäuerten Brote ist der 15. Nissan (war in diesem Jahr der 7. April). Dem biblischen Text gemäß (3. Mose 23,11) findet am Tag danach eine weitere Begegnungszeit Gottes mit seinem Volk statt: das „Fest der Erstlingsfrucht". Dabei wurde die erste Ernte (meist Getreide) als Opfergabe im Tempel dargebracht. Dass es sich dabei um den 16. Nissan handelt, bestätigt auch der jĂĽdische Historiker des 1. Jahrhunderts, Flavius Josephus. In seinem Standardwerk „JĂĽdische AltertĂĽmer" schreibt er:
  „Am zweiten Tag des Festes der ungesäuerten Brote verzehrt man einen Teil der neuen Ernte, die bis dahin niemand berĂĽhrt hat, und indem man es fĂĽr billig hält, Gott, den Spender dieser Gaben, zuerst damit zu ehren, bringt man ihm die Erstlinge der Gerste dar ..."
   Gerechnet vom Zeitpunkt des Schlachtens der Passahlämmer, sprich der Kreuzigung Jesu, war es der dritte Tag. Es war der Auferstehungstag. Am Tage, als die Israeliten ihre Erstlingsgarben als Opfer Gott weihten, erstand Jesus als der Erstling von den Toten auf. Und so nennt Paulus Jesus in 1 . Kor. 15,20-23 auch „den Erstling".
   Nach diesem Fest wurden sieben mal sieben Tage gezählt (3. Mose 23,15-1 6), bevor es am 50. Tag zur vierten Begegnungszeit Gottes mit seinem Volk kam, dem Wochenfest oder Schawuot (hebr. Wochen). Es wird am 6. Tag des jĂĽdischen Monats Sivan gefeiert (in diesem Jahr am 27. Mai) und gehört zu den drei Wallfahrtsfesten. Es war das eigentliche Dankfest am Ende der FrĂĽhjahrsernte. Im Gegensatz zum Fest der Erstlingsgarbe, an dem nur lose zusammengebundene Garben dargebracht wurden, brachte man an Schawuot das gebackene Brot in den Tempel. Vermutlich wurden die ErstlingsfrĂĽchte des Bodens ĂĽberhaupt Gott im Tempel als Dank dargeboten.
   Es war an diesem Fest, einige Tage nach der Himmelfahrt Jesu, dass der Heilige Geist ausgegossen wurde (Apg. 2). Da es sich um ein Wallfahrtsfest handelte, waren auch viele Menschen in Jerusalem, denn es war ein Gebot Gottes, zu diesen Festen zum Tempel zu pilgern. In Erinnerung daran begeht die Christenheit Schawuot, das eigentliche „Wochenfest", als Pfingstfest. In diesem Jahr ist wieder einmal die Besonderheit, dass trotz der unterschiedlichen Kalender Schawuot und Pfingsten zusammenfallen. Das griechische Wort „pentekoste", von dem sich das deutsche Wort „Pfingsten" ableitet, bedeutet „fĂĽnfzigster Tag" und bezieht sich auf die oben erwähnte Zeitspanne, nach der das Fest stattfindet.
   Schawuot ist ein Vollfeiertag, an dem auch im heutigen Israel nicht gearbeitet wird. Es war zu biblischer Zeit ein frohes Fest, was auch heute noch deutlich wird. Zwar gibt es keine Ernteopfer mehr, aber Häuser und Synagogen werden häufig mit Blumen geschmĂĽckt. Während der Gottesdienste wird neben den entsprechenden Texten ĂĽber das Fest in der Torah das Buch Ruth gelesen. Nach der Zerstörung des Tempels hat der zentrale Punkt dieses Festes, die Darbringung des Ernteopfers, an Bedeutung verloren. Schawuot wird heute als Erinnerung an die Gabe der Torah am Berg Horeb begangen. Gemäß jĂĽdischer Tradition war es an Schawuot, als Mose von Gott die Gebote empfing. Nach 2. Mose 19,1 war es im dritten Monat (dies ist der Monat Sivan) nach dem Auszug aus Ă„gypten, dass die Israeliten am Berg Horeb lagerten.
  Schawuot erinnert nicht nur an die AusgieĂźung des Heiligen Geistes, sondern ist ein weiteres Beispiel fĂĽr die wunderbare ErfĂĽllung der biblischen Feste in Jesus, dem Messias, ein Ausdruck der Einheit des Alten und Neuen Testamentes. Es zeigt aber auch, wo die Wurzeln unseres christlichen Glaubens liegen, und schenkt einen tieferen Einblick in die Vollkommenheit des Wortes Gottes und dessen ErfĂĽllung in Jesus Christus.

Quelle: TOPIC Korrespondent Rainer Schmidt, Israel

             TOPIC  Nr. 05/2012



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Kulturkampf um das Betreuungsgeld

   Horst Seehofer (CSU), Bayerischer Ministerpräsident, droht mit dem eventuellen Scheitern der Regierungskoalition, falls es nicht eingefĂĽhrt wird. Die SĂĽddeutsche Zeitung fĂĽrchtet den „Beginn einer Bildungsmisere", falls es kommt. Frauen, die die „moderne" Familie mit berufstätiger Mutter bedroht sehen und damit auch um die Gleichberechtigung fĂĽrchten, ĂĽberschĂĽtten die Familienministerin Kristina Schröder (CDU) mit Spott, weil diese angeblich eine „rĂĽckwärtsgewandte" Familienpolitik betreibt. Von „Herdprämie" ist die Rede, und Dr. Jörg Dräger, Vorstand derBertelsmann-Stiftung, spricht sogar von „Verdummungsprämie", womit er allen Frauen den Sachverstand abspricht, ihr Baby selbst betreuen zu können. Es herrscht Krieg an der Erziehungsfront. Oder – wie der Deutschlandfunk erkannt hat – doch jedenfalls ein Kulturkampf.
   Worum geht es? VordergrĂĽndig um monatlich 150,00 Euro Betreuungsgeld fĂĽr die Familien, die ihre kleinen Kinder unter drei Jahren lieber zu Hause betreuen wollen, als Ausgleich fĂĽr krippenbetreute Kinder, deren Krippenplatz vom Staat mit 1 000,00 Euro monatlich bezuschusst wird. In Wirklichkeit jedoch ist das Betreuungsgeld ein Symbol, und zwar dafĂĽr, ob die traditionelle Familie in unserem Land ĂĽberhaupt noch irgendeine Chance bekommen soll. Deshalb wird die Diskussion um das Betreuungsgeld, das immerhin bereits im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, so verbissen gefĂĽhrt. Gegner des Betreuungsgeldes sehen alle in den letzten Jahren errungenen PfrĂĽnde in Gefahr.
   Aus feministischer Sicht ist die Gleichstellung nicht zu einhundert Prozent durchsetzbar, falls einige MĂĽtter immer noch „konservativ" bleiben und mit ihrem Kleinkind lieber ein bis zwei Jahre zu Hause leben möchten, bevor es in die Krippe kommt. SchlieĂźlich wollen angeblich alle MĂĽtter arbeiten gehen. Das gefällt auch den  Wirtschaftsvertretern, die eine volkswirtschaftliche Katastrophe prognostizieren, falls nicht alle Babys FrĂĽhbildung durch staatliche Stellen erfahren. Die Politik fordert steigende Geburtenraten, die nur zustande kämen, wenn die jungen MĂĽtter möglichst schnell nach der Entbindung ihre Kleinkinder einer externen Betreuung ĂĽberlassen könnten, um selbst wieder berufstätig zu sein. Die Krippenbetreuung, heiĂźt es, biete Chancengleichheit fĂĽr alle Kinder.
   Die BefĂĽrworter des Betreuungsgelds hingegen haben genauer hingesehen. So lässt die feministische Sehweise völlig auĂźer Acht, dass die Eltern-Kind-Beziehung eine Liebesbeziehung ist, bei der die wich­tige Mutter/Vater-Kind-Bindung die Voraussetzung fĂĽr eine erfolgreiche Bildung und ein gelungenes Leben ist. Und: Nein, bei weitem nicht alle MĂĽtter wollen oder können eine Fremdbetreuung nutzen. Ob und wann eine Mutter ihren Beruf wieder aufnimmt oder aufnehmen kann, ist von vielen Faktoren abhängig. Die Lebenssituation und damit auch die finanzielle Ausstattung spielen eine wichtige Rolle – also vernunftmäßige GrĂĽnde. NatĂĽrlich ist es fĂĽr die Wirtschaft ein Vorteil, die zukĂĽnftigen Arbeitnehmer kollektiv nach vorgegebenen MaĂźstäben erziehen zu lassen. Wenn dann schon die Allerkleinsten „beobachtet, analysiert und dokumentiert" werden, wie es aus der Wirtschaft gefordert wird, liegt später ein glasklares Profil ĂĽber Stärken und Schwächen des Bewerbers vor. Nur, kann allein das der MaĂźstab fĂĽr eine Krippenbetreuung sein? Zumal er unter dem Strich fĂĽr eine mögliche hohe Qualifikation eines Kindes wohl gar nichts bringt:
   „Sowohl hinsichtlich der kognitiven [Erkenntnisprozesse beim Kind] Entwicklung als auch insbesondere hinsichtlich der sozioemotionalen [gesellschaftlich und gefĂĽhlsmäßigen] Entwicklung erzeugt die Fremdbetreuung- nach den neuesten Studien deutliche Nachteile. Problemfamilien hilft man nachhaltiger, wenn man Eltern pädagogisch unterstĂĽtzt, statt die Kinder wegzuorganisieren", schreibt das Netzwerk familie­ist-zukunft. Dazu kommt: Kinder aus der Mittel- und Oberschicht laufen Gefahr, eine schlechtere Bildung und Erziehung zu bekommen, wenn sie frĂĽh in die Krippe gegeben werden.
   Im offiziellen 8. Kinder- und Familienbericht (Herausgeber ist das Familienministerium!) ist dazu zu lesen: „Andere Analysen zeigen jedoch, dass die Berufstätigkeit der MĂĽtter mit negativen Entwicklungsergebnissen des Kindes zusammenhängt, wenn die Familien nicht in ökonomisch belasteten Situationen sind (Mittel- und Oberschichtfamilien). Dies unterstĂĽtzt wiederum die ,lost resource'-Hypothese fĂĽr diese Familientypen. Dem Kind entgeht also durch die auĂźerfamiliäre Betreuung die Bildung und Erziehung durch seine gut gebildete und erziehungskompetente Mutter. FĂĽr Kinder aus der Mittel- und Oberschicht bleibt das Bildungsangebot in den Kindertages-einrichtungen hinter der familiären Bildungsanregung zurĂĽck."
   Selbst die fĂĽr unverzichtbar gehaltene Krippenbetreuung fĂĽr Kleinkinder aus schwierigen familiären Verhältnissen ist nicht mehr unumstritten. So schreibt Vera GrĂĽnnagel vom Otto- Wolff Institut fĂĽr Wirtschaftsordnung: „Anders herum halten Entwicklungspsychologen eine frĂĽhe und zeitlich umfassende Trennung von ihren primären Bezugspersonen insbesondere fĂĽr Kinder aus problematischen Verhältnissen fĂĽr schwierig zu verkraften" (Quelle: Erziehungshoheit der Eltern vs. staatlicher Bildungsauftrag, Mai 2010).
   Artikel 6, Abs. 2, Satz 1 des Grundgesetzes „garantiert die Freiheit, ĂĽber die Gestaltung des ehelichen und familiären Zusammenlebens selbst zu entscheiden", so das Bundesverfassungsgericht in seinem Betreuungsurteil im Jahr 1998. Und dann, ganz eindeutig: „Die Eltern bestimmen, [ ... ] ob und inwieweit sie andere zur ErfĂĽllung ihres Erziehungsauftrags heranziehen wollen." Aus der Erziehung hält sich die Politik also nicht nur aus christlicher Sicht besser heraus.

             TOPIC  Nr. 05/2012



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