hauskreis4
Sonnenuntergang1

 

Hier ein paar AuszĂŒge der Themen einiger Monatszeitschriften von 2017.  

Hinweis: Alle Veröffentlichungen von TOPIC-Artikeln
bedĂŒrfen der schriftlichen Genehmigung des Verlages:
TOPIC-Herausgeber: Ulrich Skambraks (verantwortlich)
Verlag und Redaktion: Postfach 1544, D-57206 Kreutztal,



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Was geschieht im „magischen“ Jahr 2017? 

   Es wird ein Jahr der JubilĂ€en werden: das Jahr 2017. Und diese JubilĂ€en haben es in sich, weil sie nicht nur an historische Ereignisse erinnern. Die kommenden Gedenkzeiten beinhalten das Potenzial, darĂŒber nachzusinnen, ob sie nicht auch dramatische Wendepunkte in der Weltgeschichte markieren könnten. Zumindest in Bezug auf Israel sind solche Überlegungen nicht von der Hand zu weisen.
   Die Zahl 70 ist das Produkt der beiden „Zahlen der Vollkommenheit“: 7 und 10. Die Zahl 7 ist in der Bibel eine heilige Zahl und drĂŒckt ein abgeschlossenes, erfĂŒlltes Ganzes aus. So wurde beispielsweise das Werk der Schöpfung durch den 7. Tag, den Ruhetag Gottes, vervollstĂ€ndigt. Die Zahl 10 findet sich in der Bibel als Zielzahl. Sie ist die Zahl, die etwas abrundet, so wie es z. B. bei den Zehn Geboten der Fall ist. Was sich vor 100 Jahren kaum jemand vorstellen konnte, wurde 1947 Wirklichkeit. Die UN Generalversammlung beschloss am 29. November 1947 die Teilung PalĂ€stinas in ein arabisches und ein jĂŒdisches Gebiet – der offizielle Startschuss fĂŒr den dann 1948 ausgerufenen Staat Israel war gefallen. Das ist nun bald 70 Jahre her. Vor genau 50 Jahren ereignete sich wieder etwas, was auf eine biblische Kalenderrechnung verweist. 1967 eroberte Israel im Sechs-Tage-Krieg Jerusalem. Nach jeweils 7 mal 7 Jahren, also im 50. Jahr , wurde im alten Israel das sogenannte Hall- oder Erlassjahr begangen. In diesem 50. Jahr wurden in Israel alte RechtsverhĂ€ltnisse wieder hergestellt. Beispielsweise fiel alles Land an den ursprĂŒnglichen Besitzer zurĂŒck, von wem auch immer es im Laufe der Zeit erworben wurde. Nach dieser Berechnung, beginnend mit 1967, befinden wir uns in einem 50. Jahr. Allerdings ist fĂŒr die meisten Juden dieses Halljahr eigentlich vorbei. Sie vertrauen auf Überlegungen des wohl bedeutendsten jĂŒdischen Gelehrten Moses Maimonides (Rambam), der im 12. Jahrhundert nach Christus wirkte. Nach seinen Berechnungen begann das 48. Halljahr am 14. September 2015 und wĂ€re somit abgelaufen (s. TOPIC 3/2016). Welche Berechnung auch immer exakt zutrifft, es zeichnet sich ab, dass fĂŒr Jerusalem in diesem Jahr eine neue Zeit anbrechen könnte. Der kommende USPrĂ€sident Donald Trump nominierte als neuen US-Botschafter fĂŒr Israel den amerikanischen Juden David Friedman. Dieser kĂŒndigte schon im Wahlkampf an, dass er sich fĂŒr Frieden in der Region einsetzen werde. Er freue sich darauf, „dies von der US-Botschaft in Israels ewiger Hauptstadt Jerusalem aus zu tun.“ Startet in 2017 ein Prozess, in dessen Ende Jerusalem uneingeschrĂ€nkt in den Besitz Israels fĂ€llt? 70 und 50: zwei Zahlen, die im biblischen Zahlen-Universum von großer Bedeutung sind und 2017 auch Auswirkungen zeigen könnten.
   In seinem Buch „Bibel-Zahlen-Kunde“ (vergriffen) fĂŒhrt Willy Jack Pasedag aus, dass die Zahl 300 in der Bibel immer wieder in Zusammenhang mit „Zerstörung“ auftaucht. Gideon löschte mit seinen 300 auserwĂ€hlten MĂ€nnern die Medianiter aus. Die Einheit der JĂŒnger und ihre Verbundenheit mit dem Meister versuchte Judas zu stören, indem er sagte, die Salbe Marias hĂ€tte fĂŒr 300 Denare verkauft werden können. Von Satan, dem grĂ¶ĂŸten Zerstörer und Mörder des Lebens, spricht das Johannes-Evangelium in seinem 300. Vers – in Kapitel 8 Vers 44. Nun mag es reiner Zufall sein, dass die mit Abstand grĂ¶ĂŸten Zerstörer des westlichen Christentums in diesem Jahr ihr 300. Bestehen feiern: die Freimaurer. Am 14. Juni 1717 trafen sich in London Vertreter von vier Freimaurer-Logen, um die „Vereinigte Großloge von England“ zu grĂŒnden. Zwar gehen die VorlĂ€ufer der Freimaurerei – die Steinmetzbruderschaften – bis ins 11. Jahrhundert zurĂŒck, doch der offizielle Start der „modernen“ Freimaurerei begann 1717. Seit dieser Zeit prĂ€gen die Freimaurer vor allem das Denken im christlichen Abendland. Ihre Hauptbotschaft lautet: Es gibt „die“ Wahrheit nicht und deshalb sind andere „Wahrheiten“ grundsĂ€tzlich zu tolerieren. Ein solches Denken ist ein gewisser Todesstoß fĂŒr den biblischen Glauben, in dem nur Jesus Christus „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist. Das gesamte Gesinnungs-GebĂ€ude der Antidiskriminierung – in Teilen ein GefĂ€ngnis fĂŒr die Gesinnungs- und Meinungsfreiheit – steht auf diesem Denk-Fundament der Freimaurer: Wer anderes nicht vorbehaltlos akzeptiert, der diskriminiert.
   Das wichtigste JubilĂ€um in 2017 ist natĂŒrlich das Gedenken an 500 Jahre Reformation. Doch das eigentliche Anliegen Martin Luthers – zusammengefasst in „Sola scripura!“ (Allein die Schrift!), „Sola fide!“ (Allein der Glaube!), „Sola Gratia!“ (Allein die Gnade!) und „Solus Christus!“ (Allein Christus!) – wird wohl ziemlich untergehen. Die evangelischen Kirchen planen die JubilĂ€umsfeiern als ökumenisches Festival mit den Katholiken. Wie sehr Luthers Kritik an der katholischen Kirche auch heute noch vonnöten ist, zeigt ein anderes JubilĂ€um, das in diesem Jahr ebenfalls groß begangen werden soll: In der Zeit zwischen dem 13. Mai 1917 und dem 13. Oktober 1917 soll drei Seher-Kindern im portugiesischen Fatima die „Gottesmutter Maria“ erschienen sein, um ihnen drei Geheimbotschaften durchzugeben, die den Papst und die katholische Kirche betreffen sollen. Die letzte Botschaft von „Maria“ soll den Tod eines Papstes in weißen Kleidern beschreiben und den teilweisen Untergang der katholischen Kirche. Nach offizieller Version des Vatikans haben sich wesentliche Teile der Fatima-Offenbarungen erfĂŒllt. So z. B. das Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981. Doch ausgerechnet der kĂŒhle Denker, der deutsche Papst Benedikt XVI., sagte bei seinem Besuch 2010 in Fatima: „Wer glaubt, dass die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich.“ Doch was beinhaltet die prophetische Mission Fatimas? Papst Franziskus wurde am Fatima-Tag, dem 13. MĂ€rz 2013, gewĂ€hlt und will Fatima zur Hundertjahrfeier besuchen. Was wird er dort verkĂŒnden?
   Fatima war die Lieblingstochter von Mohammed, dem BegrĂŒnder des Islam. Auch im Islam spielt Maria, die Jesus gebar, eine Ă€ußerst positive Rolle. Papst Johannes Paul II. Ă€ußerte sich mehrfach, dass die „Gottesmutter“ eine Rolle als Mittlerin zwischen Islam und Christentum spielen und letztlich alle Religionen versöhnen könne. Ist das die prophetische Mission Fatimas, die 2017 zum JubilĂ€um vom Stapel gelassen wird? Als sich im Juni 2014 der damalige israelische MinisterprĂ€sident Simon Peres und der PalĂ€stinenser-PrĂ€sident Mahmud Abbas mit Papst Franziskus zu einem Friedensgebet trafen, wurde erstmals im Vatikan von einem Imam aus dem Koran vorgelesen. Ein Menetekel, das im Zuge des Fatima-JubilĂ€ums im Nachhinein eine Bedeutung bekommen könnte.
   Angesichts der JubilĂ€en und besonderen Jahresereignisse könnte 2017 ein spannendes Jahr werden. Auch deshalb, weil am 23. September ein mysteriöses Himmelsspektakel zu sehen sein wird. Es ist eine extrem seltene Sternen-Konstellation. Mit den Sternzeichen Löwe und Jungfrau werden an diesem Tag Venus, Mars, Jupiter, Merkur, Sonne und Mond exakt auf einer Linie stehen. Normalerweise wird das Sternbild Löwe aus neun Sternen gebildet. Am 23. September kommen allerdings Venus, Mars und Merkur hinzu, sodass 12 Sterne sichtbar sein werden. Somit ergibt sich folgendes Bild in den Weiten des dunklen Universums: Die Sonne wird das Sternbild der Jungfrau berĂŒhren, wĂ€hrend der Mond sich zu ihren FĂŒĂŸen befindet. Dazu kommt ein Kranz von 12 Sternen.
   Bibelleser werden ob dieses seltenen Sternenereignisses hellhörig werden. In Offenbarung 12 findet sich ab Vers 1 diese AnkĂŒndigung im Zusammenhang mit einer endzeitlichen Entwicklung: „Dann erschien ein großes Zeichen im Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren FĂŒĂŸen, und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen ihrer Geburt.“ Bibelausleger meinen, dass mit der Frau nur das Volk Israel gemeint sein könne. Die weiteren Verse sprechen davon, dass der „Drache“, also Satan, diese „Frau“ verfolgt und töten will. Ob dieser Sternen-Konstellation 2017 schon eine biblische Bedeutung nach Offenbarung 12 zukommt, kann derzeit niemand sagen. Schon im Alten Testament gebrauchte man Sonne, Mond und Sterne in Bezug auf die Geschichte Israels (z. B. 1. Mose 37,9 oder Josua 10,12-14). Von daher wird es spannend sein, was das Jahr 2017 noch enthĂŒllen wird – besonders in punkto Israel.

         TOPIC  Nr. 01/2017



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Johannes Hartl und seine okkultcharismatische Sippschaft  

   Baut der Heilige Geist in unseren Tagen sĂ€mtliche theologischen Schranken zwischen Kirchen und Glaubensrichtungen ab? Ja, wĂŒrde der Prediger des PĂ€pstlichen Hauses, der Pater Raniero Cantalamessa, sagen. In einem Beitrag fĂŒr die Zeitschrift Charismaschrieb Cantalamessa, dass er gelernt habe, katholische Lehre gegen andere Glaubensrichtungen zu verteidigen. Doch diese Haltung habe einen Wandel erfahren: „Die Geisttaufe Ă€nderte meine Einstellung den anderen christlichen Kirchen gegenĂŒber nicht aufgrund von theologischen Überlegungen, sondern ganz spontan, ohne dass ich es selbst wahrgenommen hatte. Gemeinsam mit der Gabe des Geistes war die Gnade der Einheit gekommen.“ Ist bei denen, die eine charismatische Geisttaufe erlebt haben, nun alles möglich und alles erlaubt? Spricht der Geist der sogenannten Geisttaufe sich sogar gegen das Wort Gottes aus bzw. geht er ĂŒber das Wort Gottes hinaus?
   Da gibt es in den USA in der Stadt Redding die Mega-Gemeinde Bethel Church. Sie wird geleitet von Bill Johnson, der die Lehre vertritt, dass Jesus auf Erden nur Mensch gewesen sei und seine Göttlichkeit im Himmel zurĂŒckgelassen habe. Laut dem 1. Johannes-Brief Kapitel 4 ist dies eine eindeutig antichristliche Position. Was sich auf solch antichristlichem Boden ereignet, sieht dann so aus: Johnson empfiehlt seinen AnhĂ€ngern, mit dem Totenreich Kontakt aufzunehmen. Dieses Ritual wird „Soaking“ genannt und bedeutet ĂŒbersetzt „trĂ€nken“. Dazu legen sich Johnson und seine AnhĂ€nger auf die GrĂ€ber von berĂŒhmten, zumeist charismatischen Christen, um dort mit der Salbung der Verblichenen „getrĂ€nkt“ zu werden. Dies belegen unzweideutig Videos im Internet. Ein weiterer Pastor in der Bethel-Gemeinde ist Ben Fitzgerald. Er ist fĂŒr den â€žĂŒbersinnlichen Dienst“ zustĂ€ndig. Was damit wohl gemeint ist, offenbart ein Buch, das von der Bethel-Gemeinde in den USA groß beworben wurde. Es heißt: „The Physics of Heaven“. In ihm wird dargelegt, wie man als Christ durch okkulte New Age-Methoden KrĂ€fte der ĂŒbersinnlichen Welt nutzen kann.
   Sowohl Cantalamessa als auch Fitzgerald hatte Dr. Johannes Hartl zu seiner MEHR-Konferenz Anfang Januar 2017 als Redner eingeladen. Der Dritte auf der MEHR-BĂŒhne in Augsburg sollte – laut Anzeige – der LĂŒdenscheider Charismatiker Walter Heidenreich sein. Nicht nur, dass Walter Heidenreich sich mit falschen Erweckungs-Prophetien „einen Namen“ machte, auch er setzt hier und da höchst fragwĂŒrdige Methoden ein oder lĂ€sst sie zu. So soll bei seinen Veranstaltungen in LĂŒdenscheid der „Heilige Geist“ zur „Ehre“ einigen Anwesenden GoldzĂ€hne eingesetzt haben, wie Heidenreichs Mitteilungsblatt unser weg berichtete. Heidenreich selbst vergrub in der Mongolei Abendmahls-Reste aus LĂŒdenscheid, um dadurch das heidnische Land zu segnen. Dieser Vorgang entbehrt jeglicher biblischer Vorlage, sondern ist angewandtes magisches Denken.
   In Bezug auf die geistlichen QualitĂ€ten des ĂŒberzeugten Katholiken Hartl stellt sich nun die Frage: Welcher Geist beseelt ihn wirklich, seit er seine Geisttaufe erhielt? Warum lĂ€dt er Redner zu seinen Konferenzen ein, die man zu Recht aus biblischer Sicht nicht nur mit einem Fragezeichen versehen kann – sondern muss?

         TOPIC  Nr. 01/2017



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Der dritte Weltkrieg hat schon begonnen 

   Davon ist jedenfalls Gabor Steingart, der Herausgeber der Wirtschaftszeitung Handelsblatt, ĂŒberzeugt, und er kann seine Position gut begrĂŒnden. In seinem neuen Buch „Weltbeben“ beschreibt er die Folgen der westlichen, im wesentlichen amerikanischen Interventionspolitik im Nahen Osten. Vieles, was aufseiten der islamischen Staaten nach blindem Fanatismus aussehe, sei eine Reaktion auf die amerikanische Interessenpolitik der Siebziger-, Achtziger- und Neunzigerjahre. Anders ausgedrĂŒckt: Die giftige Frucht, die heute aufgehe, sei auch vom Westen gesĂ€t worden.
   Der US-Soziologe Samuel Huntington habe es den westlichen FĂŒhrern frĂŒh schon vorhergesagt, dass es niemals gelingen werde, eine Gesellschaft von einem Kulturkreis in einen anderen zu verschieben, doch die Amerikaner hĂ€tten genau das versucht – in Persien, im Irak, in Afghanistan und zuletzt auch in Ägypten. Sie könnten sich „erkennbar nicht damit abfinden, dass ihre Kultur zwar einzigartig, aber nicht universell ist. Mit religiösem Feuereifer beseitigen sie nicht nur Diktatoren, sie beseitigen vor allem bestehende Ordnungssysteme. Das Machtvakuum in Syrien, Libyen und Irak, das keine nicht-islamische Macht je wird fĂŒllen können, wurde erst dadurch zur BrutstĂ€tte des internationalen Terrorismus.“ Die „Idee von der Freiheit der Andersdenkenden“ lasse sich aber nicht „mit vorgehaltener Maschinenpistole verbreiten“. Im Irak, in Libyen, Pakistan und Afghanistan hĂ€tten die EinsĂ€tze des US-MilitĂ€rs die Lage nicht befriedet, sondern im Gegenteil das Alltagsleben der betroffenen Nationen chaotisiert und brutalisiert.   Die FlĂŒchtlingskrise Europas sei der sichtbare Ausdruck einer politischen Illusion, die in Washington ihren Ausgang genommen habe. Wem jetzt der Blick auf die Weltkarte der Konflikte zu mĂŒhsam sei, der mĂŒsse „nur bis zur nĂ€chsten FlĂŒchtlingsunterkunft laufen, um sich einen Eindruck vom Scheitern der amerikanischen Weltbefriedungspolitik zu verschaffen. Das Nachbeben des‚Krieges gegen den Terror‘ spĂŒrt man noch im kleinsten europĂ€ischen Dorf. Diejenigen, die 2003 Saddam Hussein beseitigt haben, tragen auch Verantwortung fĂŒr die Situation von heute [...] Der Kern dieser Konflikte liegt nicht in den USA, aber erst Amerika hat diesen religiös und kulturell verhĂ€rteten Kern der arabisch-islamischen Welt zum Kochen gebracht.“
   Die Solidarisierungseffekte, die Amerikas Islamfeldzug bis heute auslösten, seien von enormer Wucht. Sie hĂ€tten zu einem kometenhaften Aufstieg des Islam zu einer imperialen Macht neuen Typs gefĂŒhrt: „Diese Macht gliedert sich in selbstbewusste staatliche Akteure – im Zentrum Iran und Saudi-Arabien – und eine Vielzahl nicht-staatlicher Akteure, die in den Ruinen zerfallener und zerfallender Nationalstaaten, also in Libyen, Irak, Jemen, Syrien, Afghanistan und Teilen Pakistans, die BrutstĂ€tten des neuzeitlichen Terrorismus errichtet haben.“
   Steingart fĂŒhrt aus, wie die wechselnden Allianzen der USA wĂ€hrend der Kriege im Nahen Osten und in Afghanistan dazu gefĂŒhrt hĂ€tten, dass sich die Amerikaner und mit ihnen der ganze Westen nach und nach alle islamischen Hauptströmungen gemeinsam zu Feinden gemacht hĂ€tten, auch wenn diese sich eigentlich untereinander spinnefeind seien. Der Islam habe sich zu einer antiwestlichen Mobilisierungsideologie entwickelt, und die westlichen Politiker unterschĂ€tzten deren Explosivkraft Ă€hnlich wie der britische Premierminister Chamberlain und Stalin vor dem Zweiten Weltkrieg Hitler unterschĂ€tzt hĂ€tten. Vor allem wĂŒrden sie nicht begreifen, dass Kriege auch ganz anders gefĂŒhrt werden könnten: „Der Gegner ĂŒberfĂ€llt nicht mehr Kasernen, ParlamentsgebĂ€ude und Rundfunksender, sondern besetzt unsere Köpfe. Seine AnschlĂ€ge hat er sorgfĂ€ltig choreografiert und inszeniert, ihrem Wesen nach verstehen sich die neuen Kriege als Designerkriege, die auf visuelle Effekte zielen und psychologische Wirkung erzielen wollen.“
   Es gehe den Radikalislamisten darum, die „labile Kollektivpsyche der westlichen Gesellschaften“ zu verletzen. Daher sei es völlig falsch, immer nur die einzelnen TerroranschlĂ€ge zu betrauern, sich aber der Erkenntnis zu verweigern, dass ein Krieg unvereinbarer Systeme begonnen habe. Wir seien nĂ€mlich nicht Opfer einer chaotischen Abfolge von TerroranschlĂ€gen, sondern Beteiligte eines globalen Krieges:
   „Ein dritter Weltkrieg hat begonnen, und die Tatsache, dass kein Regierungschef im Westen diese Bezeichnung öffentlich wĂ€hlen wĂŒrde, sagt mehr ĂŒber die Aufrichtigkeit der Regierungschefs als ĂŒber den Charakter des Krieges. Kanzlerin Merkel hat den Konflikt mit dem radikalen Islam erst unterschĂ€tzt und dann nicht verstanden. Sie versucht, die Gewaltszenen in Sequenzen von Tragik und Drama zu zerlegen, auch um den seriellen und ganzheitlichen Charakter der Ereignisse zu dementieren. Doch wer hinter die OberflĂ€che des Fanatismus schaut, wer die tektonischen Schichten von Religion und Propaganda, von Hass und Todessehnsucht hinter sich lĂ€sst, stĂ¶ĂŸt auf den harten Kern des Konflikts, und auf dem steht: Politik, genauer gesagt Interessenpolitik. Es geht hier im Innersten nicht um Religion, sondern um Macht in all ihren AusprĂ€gungen.“
   Der Unterschied zur Blockkonfrontation zwischen USA/NATO und Sowjetunion/Warschauer Pakt bestehe darin, dass sich diesmal zwei Kulturkreise, der christliche und der muslimische, zu nahe gekommen seien. Wieder gehe es um geopolitische Dominanz und – durchaus beidseitig – um einen klar artikulierten Vernichtungswillen. In dieser Situation, so Steingart, sei die Aufnahme von Millionen von FlĂŒchtlingen aus den Kampfzonen der islamischen Staaten eben nicht allein ein Akt der HumanitĂ€t, sondern auch die Eröffnung eines neuen, innerwestlichen Frontabschnitts. Der Westen schĂ€tze dabei die Verteilung der KrĂ€fte falsch ein: Alle 53 Nationen, die mehrheitlich von Muslimen bewohnt wĂŒrden, seien von der radikalislamischen Erweckungsbewegung erfasst, und wĂ€hrend Europa und die USA in den FĂŒnfzigerjahren noch ungefĂ€hr die HĂ€lfte der globalen LandoberflĂ€che beherrscht hĂ€tten, seien es heute nur noch 22 Prozent, der islamische Kulturkreis liege bereits bei 21 Prozent. Und: „Dank seiner starken Bevölkerungsdynamik werden die Muslime im Jahr 2030 26 Prozent der Weltbevölkerung stellen und das Christentum als Weltreligion ĂŒberholt haben.“
Quellenhinweis: Steingart, Gabor: Weltbeben, 240
Seiten, 16,99 EUR; ISBN: 978-3-8135-0519-1

         TOPIC  Nr. 01/2017



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Neurobiologie: Eltern-Liebe zum Baby schĂŒtzt vor spĂ€terem Burnout 

   Die Neurobiologie ist eine Forschungsrichtung, die sich der AufklĂ€rung von Strukturen und Funktionen des Nervensystems widmet. Und diese Neurobiologie verfĂŒgt jetzt ĂŒber gesicherte Forschungsergebnisse, die eindeutig belegen: Die Eltern, die ihren Nachwuchs in den ersten Jahren liebevoll umsorgen, prĂ€gen in entscheidender Weise die Entwicklung des Gehirns des zukĂŒnftigen Erwachsenen. Sie schĂŒtzen durch ihre Liebe zum Kind vor einem möglichen Auftreten von Depressionen und Burn-out in spĂ€teren Jahren. FĂŒhlt sich ein Kleinkind geborgen, dann entsteht das Hormon Oxytocin. Es hemmt die Stress-Hormone. In einem Interview mit der Online-Ausgabe der deutschen Illustrierten Stern (18.12.16) erklĂ€rt die Neurobiologin Nicole StrĂŒber den Zusammenhang so: „Hat der Fötus oder der SĂ€ugling Stress, weil die Mutter wĂ€hrend der Schwangerschaft oder kurz danach große Belastungen erlebt, dann wirkt sich das auf die Zahl der Rezeptoren fĂŒr Hormone wie das Stresshormon Cortisol und das Sozialhormon Oxytocin aus. Und zwar langfristig! Hat so ein kleiner Mensch daraufhin ein weniger gut funktionierendes Oxytocin-System, dann hat er meist auch als Erwachsener schlechtere Chancen, sein eigenes Stresssystem zu dĂ€mpfen.“ Laut der Neurobiologin haben es Menschen mit einem guten Oxytocin-System viel leichter, mit Stress umzugehen. Außerdem lernten sie leichter Sprachen und verfĂŒgten ĂŒber mehr Zugang zur eigenen KreativitĂ€t. Die Neurobiologin, die aufgrund der Forschungsergebnisse ĂŒber die Entwicklung des Gehirns ihre eigenen Kinder in den ersten sechs Jahren selbst betreut und sie keiner Kita ĂŒbergeben hat, weist im Stern-Interview noch auf ein wichtiges Detail hin. MĂŒtter sollten beispielsweise auf dem Spielplatz nicht am Rand sitzen und auf ihr Smartphone starren. StrĂŒber: „In der Wissenschaft gibt es Untersuchungen dazu, die ‚Still Face Experimente‘. FĂŒr Kinder bedeutet ein unbewegtes mĂŒtterliches Gesicht höchste Stressstufe.“

         TOPIC  Nr. 01/2017



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