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Wer ist “dieser” Jesus bei Sarah Young?

Sarah Young

Von Thorsten Brenscheidt, Uhldingen 

Die derzeit erfolgreichste christliche Buchautorin in Deutschland ist die US-Amerikanerin Sarah Young. Ihre Bücher, CDs, Textkarten und Kalender werden angeboten bei den christlichen Buchhandlungen Alpha, Asaph, SCM usw. Besonders junge Frauen sind begeistert von ihren Büchern „Komm zu mir. Briefwechsel mit Jesus“, „Ich bin bei Dir. 366 Liebesbriefe von Jesus“ und „Immer bei Dir. Liebesbriefe von Jesus“.1 Die 366 Liebesbriefe belegten monatelang Platz 1 der idea-Bestsellerliste.2
Der ERF in Österreich empfiehlt diese Ausgabe mit den Worten: „Dieses Buch tut gut. Jesus so direkt und unverpackt präsentiert zu bekommen, ist wie Medizin für eine müde, gestresste Kreatur. Wer dieses Buch zu seinem täglichen Begleiter macht, wird Jesu Stärke täglich neu entdecken.“3

 Was ist das Besondere an Sarah Young? Sie behauptet, neue und spezielle Offenbarungen von Jesus Christus persönlich und direkt erhalten zu haben. Dieses Phänomen ist für bibeltreue Christen in zweierlei Hinsicht zu überprüfen – erstens grundsätzlich und zweitens inhaltlich. Durch die Heilige Schrift hat Gott sich den Menschen bereits offenbart. Diese Offenbarung ist vollständig und ausreichend, um seinen Willen zu erkennen. Außerdem ist sie abgeschlossen und bedarf keiner Neuerung oder Fortsetzung.  

„Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn.“ (Hebr 1,1)

 â€žFürwahr, ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.“ (Offb 22,18)

 Wer die Offenbarungserkenntnis durch Gottes Wort versteht, hat somit eigentlich bereits Klarheit zum Thema „Neue Offenbarungen“. Warum also nach der ersten noch eine zweite Prüfung?
Sarah Young ist keine unbedeutende Randerscheinung im evangelikalen Lager. Ihre Bücher belegen monatelang Spitzenpositionen in den Bestsellerlisten. Aufgrund des immensen Einflusses auf das Gottesbild vor allem von jungen evangelikalen Frauen ist daher eine inhaltliche Prüfung und Abgleichung mit dem Wort Gottes erforderlich.
In Youngs Büchern wirkt die direkte Ansprache durch Gottes Sohn auf viele Leser erst einmal ungewohnt. Colin Urquardt machte mit seinen Büchern „Mein liebes Kind“ und „Mein lieber Sohn“ den Anfang.4 Beide Bücher fanden 1992 und 1993 auch in Deutschland reißenden Absatz.
Sarah Young übernimmt diese „Ich“-Botschaften. Das ist nicht ungefährlich. Zum einen sind diese direkten Ansprachen keine biblischen Texte, sondern enthalten sogar einseitige bis bibelwidrige Lehren. Und zum anderen haben „Ich“-Botschaften eine emotionalere Wirkung, die die Leser noch schneller beeinflussen können als rein sachliche Aussagen. Zudem beansprucht die Autorin, dass Jesus tatsächlich durch sie spricht, was sie dann an ihre Leser weiter gibt. Die Bücher von Sarah Young sind also so geschrieben, als spräche Jesus Christus direkt selber zum Leser.
Wer ist dieser Jesus, den die Autorin kennengelernt hat? Ihre erste Begegnung mit ihm war geheimnisvoll:
„Eines Nachts verließ ich die Wärme unseres gemütlichen Chalets, um in den verschneiten Bergen spazieren zu gehen. Ich wanderte allein durch ein dicht bewaldetes Gebiet und fühlte mich verwundbar und staunte über die kalte, vom Mondlicht beschienene Schönheit. Die Luft war eiskalt und trocken und schmerzte in der Lunge. Plötzlich hatte ich das Gefühl, ein warmer Hauch hülle mich ein. Ich wurde mir einer wunderbaren Gegenwart bewusst, und ich reagierte unwillkürlich damit, dass ich ‚Lieber Jesus‘ flüsterte. Diese Worte waren für mich völlig untypisch, und ich erschrak, als ich mich selbst so liebevoll mit Jesus sprechen hörte. Als ich über dieses kurze Gespräch nachdachte, erkannte ich, dass es die Antwort eines veränderten Herzens war; in diesem Moment wusste ich, dass ich Gott gehörte. Dies war viel mehr als all die intellektuellen Antworten, nach denen ich gesucht hatte. Es war eine Beziehung zum Schöpfer des Universums.“5
Man bekommt hier den Eindruck, dass Sarah Young von keiner biblischen Bekehrung zu berichten weiß – keine Buße, Reue und Umkehr durch das Erkennen der Sündhaftigkeit und Verlorenheit, keine Furcht Gottes.

 â€žO Gott, sei mir Sünder gnädig!“ (Lk 18,13)

„Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?“ (Röm 7,24)

 â€žSo tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden.“ (Apg 3,19a)

Visualisieren – eine geistliche Übung?
Neben einem „warmen Hauch“ erlebte Young noch ein „goldenes Licht“. Dies geschah, als sie für ihre Familie betete und dabei visualisierte. Sie stellte sich nämlich bildlich vor, wie „Gott jeden von uns beschützte“6.
Ihre Tochter, ihr Sohn und ihr Ehemann waren von „Gottes Gegenwart umhüllt, die wie ein goldenes Licht aussah. Als ich für mich selbst betete, wurde ich plötzlich von einem strahlenden Licht und einem tiefen Frieden umgeben. Ich verlor jedes Zeitgefühl, als ich auf diese intensive Art Gottes Gegenwart erlebte“7.
Diese Praxis des Visualisierens ist nicht biblisch geboten, im Gegenteil:

 â€žDenn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.“ (2Kor 5,7)

 Die Technik, durch die eigene Vorstellungskraft mit inneren Bildern Unsichtbares und Unreales wirklich .......

Alle Rechte vorbehalten.
Abdruck, Veröffentlichung jeglicher Art, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors. Thorsten Brenscheidt, Tüfinger Str. 3, D-88690 Uhldingen, info@brenscheidt.eu

 

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