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Hier ein paar Auszüge der Themen einiger Monatszeitschriften von 2024.  

Hinweis: Alle Veröffentlichungen von TOPIC-Artikeln
bedürfen der schriftlichen Genehmigung des Verlages:
TOPIC-Herausgeber: Ulrich Skambraks (verantwortlich)
Verlag und Redaktion: Postfach 1544, D-57206 Kreutztal,



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z.B. 44. Jahrgang - Nr. 1 Januar 2024

Die Themen: Wird der Friede jetzt von der Erde genommen? - Spanien: Protestantismus wächst. - Heiliger Koran: heftige Kritik am Papst. - Bibel TV wird ökumenischer. - Ohne die Geburt Jesu keine CDU. - Warum trat Annette Kurschus zurück? - Was ist eigentlich eine Meinung? - Krieg: Erlaubt die Thora das Töten von Zivilisten? - Neue konservative Bewegung am Start. - Studie: Was langjährige Ehen zusammenhält. - Sind Corona-Geimpfte getäuscht worden? - KI dringt ins Alltagsleben ein. - Vater der KI bereut seine „Schöpfung“.



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Welt im Umbruch: Wird der Friede jetzt von der Erde genommen?

   Die deutsche Öffentlichkeit weiß davon nur wenig. Über 1.000 Bundeswehr-Soldaten – darunter Spezialkräfte von Heer und Marine – sind schon nahe des Kriegsgebietes des Nahen Ostens stationiert: im Libanon, in Jordanien und auf Zypern. Ebenso wenig ist bekannt, dass sich im Mittelmeer der größte Flottenverband nach dem Zweiten Weltkrieg zusammengefunden hat. Darunter zwei US-Flugzeugträger (einer wurde zu Neujahr 2024 in die USA zurückbeordert) mit Begleitschiffen wie Lenkwaffenkreuzer und Jagd-U-Boote. Womit rechnet die Armada der Nato-Kriegsschiffe? Mit einem großen Flächenbrand im Nahen Osten?
   Besonders bibelkundige Christen sollten derzeit über eine Entwicklung nachdenken, die sich immer deutlicher abzeichnet. Der Grund: Es könnte im endzeitlichen Zeitablauf ein gewisser Punkt erreicht sein. Falls das so ist, dann wäre ein schneller Fortgang von Geschehnissen, die in der Bibel sehr konkret beschrieben sind, zeitlich exakt zu bestimmen.
   Katarzyna Pisarska ist Direktorin des Warschauer Sicherheits-Forums. Diese osteuropäische Institution ist vergleichbar mit der Münchner Sicherheitskonferenz, auf der sich immer wieder die Mächtigen der Welt einfinden, um sich über die Weltlage auszutauschen. In einem Interview mit der deutschen Zeitung Die Welt (15.12.2023) prophezeite die polnische Sicherheitsexpertin, „dass wir in eine Ära der Kriege eintreten“.
   Dies befürchteten hohe Militärs aus Frankreich und Großbritannien schon vor zwei Jahren. Der britische General Sir Patrick Sanders, Generalkommandeur der britischen Armee, warnte seine Soldaten Mitte 2022 mit folgenden Worten: „Wir sind die Generation, die die Armee darauf vorbereiten muss, erneut in Europa zu kämpfen … Das Ausmaß der anhaltenden Bedrohung durch Russland zeigt, dass wir in eine neue Ära der Unsicherheit eingetreten sind.“ Auch die Franzosen sehen dies so. So richtete schon 2021 der französische Generalstab Arbeitsgruppen ein, um die Fähigkeit des Landes zur Bewältigung hochintensiver Konflikte zu analysieren. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich damit, ob die Franzosen „bereit sind, ein Ausmaß an Opfern zu akzeptieren, das wir seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen haben“.    Die Deutschen müssen sich im militärischen Bereich jetzt ebenso mit Verhältnissen befassen, die sie seit Jahrzehnten vernachlässigt haben. Der Grund: Sie haben sich blindlings auf den militärischen Schutzschirm der USA verlassen. Laut der polnischen Sicherheitsexpertin Pisarska befürchten die USA, dass drohendes Unheil jetzt eher im pazifischen Raum auf sie lauere als in EU. Pisarska: „Die Amerikaner sagen ganz klar, dass China die größte Bedrohung für sie sei.“
   Und genau dort droht ein kriegerischer Konflikt, in den die USA schnell mit hineingezogen werden können. Denn China hat sich fest vorgenommen, Taiwan in das Reich der Mitte zurückzuholen. Notfalls mit Gewalt und militärischen Mitteln, wie Chinas Staatspräsident Xi Jinping bereits in seiner Neujahrsansprache 2019 offiziell erklärte.
   Anfang letzten Jahres prognostizierte der US-General Mike Minihan einen baldigen Krieg zwischen China und Taiwan. Seine Begründung: Sowohl in den USA als auch in Taiwan finden 2024 Präsidentschaftswahlen statt. Diesen Zeitpunkt könnte China nutzen, das geplante Einverleiben des Inselstaates ins „Mutterland“ umzusetzen. Der US-General: „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir 2025 kämpfen werden. Ich hoffe, ich liege falsch.“ Möglicherweise bestimmt das Bauchgefühl des hohen Militärs auch ein Papier, über das TOPIC schon 2017 berichtete. Es stammt von der US-Denkfabrik Rand Corporation. Im Juli 2017 schrieb TOPIC: „Die RAND Corporation hat vor Kurzem ein Strategie-Papier vorgestellt mit dem Titel ‚Krieg gegen China: Das Undenkbare denken‘. Auftraggeber für die Studie war die US-Armee. Die Vordenker der RAND Corporation fordern in dem Papier das US-Verteidigungsministerium Pentagon und das Weiße Haus zu ‚vernünftigen Vorbereitungen zur Führung eines lang andauernden und intensiven Krieges gegen China‘ auf. Und dieser müsse möglichst bald beginnen, so die Vordenker. Wegen der Aufrüstung Chinas würden die Kosten und Verluste für diesen Krieg aufseiten der Vereinigten Staaten 2025 weitaus höher ausfallen als 2015.“
   In zwei großen Kriegsherden lodern schon die Flammen: in der Ukraine und in Gaza im Nahen Osten. Wenn jetzt noch einer im Pazifik hinzukäme, in dem zwei Weltmächte, die USA und China, direkt aufeinanderprallen, dann brennt der Globus mit unabsehbaren Folgen für die Menschheit – besonders wirtschaftlich.
   Mitte letzten Jahres sagte Russlands Alleinherrscher Wladimir Putin, dass der Feldzug gegen die Ukraine kein „territorialer Konflikt“ sei. Er diene vielmehr der Festlegung jener „Grundsätze, auf denen die neue Weltordnung begründet wird … Wir stehen im Wesentlichen vor der Aufgabe, eine neue Welt zu errichten.“ Was für eine neue Welt? Eine neue Welt, in der Diktatoren bestimmen, die in Moskau, Peking, Teheran oder im nordkoreanischen Pjöngjang sitzen? Eine Welt, die durch große Kriege neu geordnet wird? Kommt jetzt ein Zeitabschnitt, in dem der Gott der Bibel zulässt, dass der Friede vom gesamten Globus weggenommen wird?
   Im 6. Kapitel der Offenbarung des Johannes wird die Öffnung der ersten sechs Siegel beschrieben. Es sind die sogenannten Siegelgerichte, die die Welt heimsuchen werden. Das zweite Siegelgericht wird so beschrieben: „Und es zog ein anderes Pferd aus, das war feuerrot, und dem, der darauf saß, ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, damit sie einander hinschlachten sollten …“
   Im ersten geöffneten Siegel wird auch ein Pferd genannt: „Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und es wurde ihm eine Krone gegeben, und er zog aus als ein Sieger und um zu siegen.“ Wer ist aber derjenige, der auf diesem, dem weißen Pferd, sitzen wird? Wie ist dieses erste Siegel zu deuten?
   Der vor allem in Brüderkreisen geschätzte Bibellehrer Benedikt Peters deutet in seinem Buch „Geöffnete Siegel – Leitlinien der Zukunft im Buch der Offenbarung“ das erste Siegel als eine Zeit, in der auf der Erde Friede und Sicherheit herrschen werden. Das zeige z. B. der Bogen, von dem kein Pfeil abgeschossen würde. Wie Peters meint, sei dort ein Zeitabschnitt beschrieben, der nach der sogenannten „Entrückung“ komme. Damit gemeint ist die Annahme, dass alle gläubigen Christen zu einem bestimmten Zeitpunkt von dieser Erde weggenommen würden. Es gibt durchaus Bibelstellen, die diesen Schluss zulassen. Umstritten ist aber der Zeitpunkt in der Weltgeschichte, an dem dies stattfinden wird. Die meisten Ausleger sehen jedoch in dem ersten Siegel das Auftreten des Antichristen. So auch der messianische Jude Arnold Fruchtenbaum, der das Standardwerk „Handbuch der biblischen Prophetie“ verfasst hat (und das demnächst in einer aktualisierten Version im Christlichen Medien Vertrieb Hagedorn in Düsseldorf neu erscheinen wird).
   Der Kommentar zur Offenbarung „Was die Bibel lehrt“ aus der Verlagsgesellschaft Dillenburg schreibt zum Reiter auf dem weißen Pferd: „Man wird diesen mächtigen Führer als ‚den starken Mann‘, den ‚Eroberer‘, den ‚Sieger‘ feiern, auf den die Menschheit gewartet hat. Er wird es eigenhändig fertigbringen, den Krisenherd Nahost zu befrieden, was zuvor niemandem hatte gelingen wollen. Der siebenjährige Vertrag ist sein großer diplomatischer Triumph.“
   Fakt ist derzeit: Laut israelischer Armee wird der Gaza-Krieg noch Monate dauern. Wohl auch deshalb, weil sich Israel die Hintermänner der Hamas im Iran vorknöpfen will. Der Iran wiederum droht damit, in den Gaza-Krieg einzutreten, und auch damit, er habe vor einer militärischen Auseinandersetzung mit den USA keine Angst. Zusätzliches Öl in ein großes drohendes Kriegsfeuer im Nahen Osten schütten auch noch die Huthi-Rebellen im Jemen. Sie werden vom Iran unterstützt und militärisch versorgt und beschießen seit dem Gaza-Krieg westliche Handelsschiffe im Roten Meer. Die Reaktion von US-Verbündeten: Kriegsschiffe aus 20 Nationen sollen nun die Handelsschiffe schützen.
   Am 22. September 2023 – also noch vor dem Angriff der Hamas auf Israel – hielt Israels Premierminister Benjamin Netanjahu vor der UNO eine Rede. Darin skizzierte er einen Nahen Osten, der die Chance habe, in Frieden und in Wohlstand zu leben. Voraussetzung: Die Bedrohungen durch den Iran müssen ein Ende haben. Während seiner Rede hielt Netanjahu eine Landkarte hoch, die mit „Der neue Mittlere Osten“ überschrieben und auf der ein Palästinenserstaat nicht eingezeichnet war. Was wollte „Bibi“ mit der Karte signalisieren? Was weiß er vielleicht schon? Und welche Rolle spielt die Rabbinerschaft in Israel dabei?
   Laut Rabbi Yaakov Zissholtz habe er persönlich Kontakt mit dem „Messias“ und sei von ihm autorisiert worden, über seine baldige Ankunft zu informieren. Auch andere Rabbiner, wie Rabbi Kaniewsky und Rabbi Chulak, behaupten, mit dem Messias bereits gesprochen zu haben. Zissholtz ist als überzeugter Kabbalist praktizierender Okkultist und bezieht Informationen aus einer jenseitigen Welt. Für ihn als Juden ist die Bibel nicht so wichtig wie die sogenannten „ausgewählten Gerechten“ (dazu gehören die erwähnten Rabbiner), die über Zukünftiges aus der okkulten Welt informiert werden.
   Sowohl für biblisch gegründete Juden wie auch für Christen ist klar, dass der von Zissholtz angekündigte Messias nicht Jesus Christus sein kann. Aber es könnte durchaus der „Messias“ sein, der dem Nahen Osten mit einem Sieben-Jahres-Vertrag Frieden bringen wird. Klar ist im Moment in Bezug auf diese Sachlage noch gar nichts. Noch nicht. Allerdings: In Bezug auf das zweite Siegel zeichnet sich eine weltweite Entwicklung ab, die durchaus den Gedanken rechtfertigt, dass Gott jetzt zulässt, dass der Friede von dieser Erde genommen wird.

         TOPIC  Nr. 01/2024



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Heftige Kritik an Papst Franziskus wegen seiner Reaktion auf Koran-Verbrennung

   Im Juni letzten Jahres versetzte ein irakischer Migrant in Schweden die islamische Welt in helle Aufregung. Er verbrannte am ersten Tag des islamischen Opferfestes Eid-al-Adha vor der großen Moschee in Stockholm einige Seiten eines Korans. Vorher hatte er in den Koran einige für Muslime als unrein geltende Schinkenstreifen gesteckt und dann mehrfach auf das Glaubensbuch des Islams eingetreten. Diesen Vorgang hielten viele Muslime für eine Lästerung Allahs und seines Propheten Mohammed. Diese Koran-Schändung hatte selbst auf der großen politischen Bühne Folgen. Auch wegen dieses Vorfalls blockiert zunächst der türkische Präsident Erdogan den Beitritt Schwedens zur NATO.
   Dem weltweiten Protest dieses Vorfalles in Schweden schloss sich auch Papst Franziskus an. Wie mehrere Medien berichten, sei der katholische Oberhirte wegen dieser Koranschändung wütend gewesen und habe sich empört und angewidert gezeigt. In einem Interview sagte Franziskus: „Jedes Buch, das von seinen Verfassern als heilig angesehen wird, muss aus Respekt vor den Gläubigen respektiert werden.“
   Wegen dieser Reaktion auf die Koranschändung im Sommer letzten Jahres erntete der Papst noch am Ende letzten Jahres heftige Kritik von der Front konservativer Katholiken. In einem Offenen Brief, den die Katholische Monatszeitschrift Theologisches veröffentlichte, knöpfte sich der katholische Publizist Reinhard Wenner seinen Oberhirten heftig vor: Man könne ein Buch nicht einfach als heilig bezeichnen, nur weil es seine Verfasser so bezeichneten. Wenner: „Aus welcher Logik ergibt sich das?“ Wenner führt dann auch aus, in wie vielen Suren im Koran Christen abgewertet und verurteilt würden. Auch das öffentliche Schweigen des Papstes zu aktuellen Christenverfolgungen stellte Wenner in seinem Brief an den Pranger.
   Über das Massenmorden von Muslimen an Christen sei aus dem Vatikan kein Wort der Empörung und des Angewidertseins an die Weltöffentlichkeit gedrungen. Ebenso wenig, wenn Bibeln von Muslimen verbrannt worden seien. Wenner: „Sonderbar ist weiter, dass das Vernichten von Bibeln bisher nie solch einen medialen Wirbel verursacht hat und meines Wissens auch von Ihnen (gemeint ist der Papst) über das Zerstören von Bibeln keine Empörung geäußert worden ist.
   Dabei hat es nach Medienberichten in den letzten zehn Jahren mehrere Fälle gegeben, in denen sogar prominente Muslime zum Verbrennen von Bibeln aufgerufen haben.“ Der Katholik präsentiert als Beweis für seine Behauptung sogar eine detaillierte Liste von öffentlich gewordenen Bibelverbrennungen durch Muslime, von denen sogar Radio Vatikan berichtet hatte.
   Insgesamt ist zu beobachten, dass konservative Katholiken immer weniger mit dem Kurs von Papst Franziskus zufrieden sind. Dies äußert sich vor allem in der Aufweichung der katholischen Lehre in der kirchlichen Praxis vor Ort (TOPIC berichtete).

         TOPIC  Nr. 01/2024



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Meinung und Meinungsfreiheit

   „Soldaten sind Mörder!“ Dieses Zitat des 1935 verstorbenen deutschen Schriftstellers Kurt Tucholsky sorgte Ende der 1990er Jahre aus damals aktuellen Gründen für ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Grenzen der Meinungsfreiheit. Doch was ist eigentlich eine Meinung?
   Eine gute Definition liefert der promovierte Jurist Volker Kitz in seinem Büchlein zu dieser Thematik: „Eine Meinung ist alles, was nicht überprüfbar ist. Sie gibt ein persönliches Werturteil wieder, eine subjektive Einstellung zu Sachen, Ideen, Personen. Sie kann niemals richtig oder falsch sein. Ein einfaches Beispiel: ‚Erdbeerkuchen schmeckt besser als Laugenstangen.‘ Über diese Aussage können wir Fotos, Gutachter, Zeugen befragen, doch wird sie sich nie belegen oder widerlegen lassen.“ Daher unterscheidet sich eine Meinung von Fakten: Im Gegensatz zu Meinungen sind Tatsachen nicht frei, denn sie sind entweder richtig oder falsch: Ein Kilogramm hat 1000 Gramm, Punkt! Hier gilt der Ausspruch eines amerikanischen Politikers: „Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Tatsachen.“
   Da nun eine Meinung subjektiv und nicht beweisbar ist (sonst wäre es eine Tatsache), muss sie im Gegensatz zur landläufigen Auffassung auch nicht begründet werden. „Weil Meinungen immer subjektiv sind“, schreibt Kitz, „hängt die Meinungsfreiheit nicht von Argumenten ab, weder von schlechten noch von guten. Eine über Jahrzehnte gereifte, sorgfältig argumentierte Ansicht ist nach dem Gesellschaftsentwurf unserer Verfassung gleich viel wert wie ein Geistesblitz im Suff […] In einem freien Land darf ich mir eine Meinung zu Themen bilden, von denen ich keine Ahnung habe. Das klingt nicht hilfreich, ist aber der Normalfall: Wenn wir ehrlich sind, redet die Masse der Menschen ständig über Dinge, mit denen sie sich nicht auskennt.“ Dieser Auffassung war auch das Bundesverfassungsgericht: Die Meinungsfreiheit bestehe unabhängig davon, „ob die Äußerung begründet oder grundlos, emotional oder rational ist, als wertvoll oder wertlos, gefährlich oder harmlos eingeschätzt wird“.
   Warum glauben dann aber so viele Menschen, in Deutschland dürfe man seine Meinung nicht mehr frei sagen? Dem gerade wieder ermittelten Freiheitsindex Deutschland zufolge sind davon sage und schreibe 44 Prozent der Befragten überzeugt (bisheriger Höchstwert!). Das hängt damit zusammen, wie wir miteinander umgehen. Es gibt interessante Umfragen, welchen Menschen wir Toleranz entgegenzubringen bereit sind und welche zum „Wir“ gerechnet werden. Die geringsten Werte bekamen nicht etwa Ausländer, Migranten oder Homosexuelle, sondern Menschen, die anderer Meinung sind oder eine andere politische Auffassung haben als man selbst. An der eigenen Meinung hält man zäh fest, denn: „Psychologisch ist es weniger kostspielig, ein paar Fakten umzubewerten, als eine Überzeugung zu ändern. In Experimenten verteidigen Menschen selbst dann ihre Meinung, wenn man ihnen mitteilt, dass sie versehentlich falsch informiert wurden, dass ihre Meinung also auf unzutreffenden Fakten beruht. [ ... ] Die psychologische Forschung bestätigt: Was durch Emotionen entstanden ist, lässt sich durch Argumente nicht ändern. Im Gegenteil: Es gibt auch die ‚Einstellungsimpfung‘. Je öfter wir ein Gegenargument hören, desto immuner werden wir – so, wie wir uns gegen eine Krankheit wappnen, indem wir uns eine Dosis ihres Erregers in den Körper spritzen.“
   Manche Menschen gehen daher sehr weit, um zu verhindern, dass ihre Meinung in Gefahr gerät. Kitz macht in diesem Zusammenhang drei „problematische Typen“ aus: die „Stornierer“, die „Verhinderer“ und die „Teufelsaustreiber“.
   Stornierer sind solche, die einer missliebigen Meinung gar nicht erst widersprechen, sondern sie gleich für „ungültig“ erklären, zum Beispiel, indem sie deren Urheber einen Stempel aufdrücken: „Gutmensch“, „alter weißer Mann“, „Altpartei“, „Elite“ usw.
   Verhinderer sind solche, die eine andere Meinung gar nicht erst zulassen wollen. Davon kann in den letzten Jahren so mancher Professor und Experte ein Lied singen, der zu einem umstrittenen Thema die „falsche“ Meinung hat. Er muss dann damit rechnen, dass sein Vortrag nicht stattfinden kann oder zumindest in den Leitmedien totgeschwiegen wird.
   Der schlimmste der problematischen Typen wird tätig, „wenn es nicht gelungen ist, eine Meinung zu
verhindern. Er ist der Teufelsaustreiber. Er ruht nicht, bis der Störfall der fremden Meinung behoben ist, bis der Störer seine Arbeit verloren hat, seine Ämter, seine Existenz. Die Teufelsaustreibung geht mit einer Lust einher, Menschen wegen einer Äußerung zu zer-stören. [...] Das weiß, wer einen Shitstorm im Internet erlebt hat. Jeden kann es treffen, […] Wenn den Teufelsaustreiber eine Diskussion interessiert, dann selten über die Frage: Wie lösen wir ein gesellschaftliches Problem? Sondern fast immer: Durfte XY das sagen? Die Antwort steht für ihn fest. Die Ordnung kann nur hergestellt werden, wenn sich die anderen distanzieren, entschuldigen, korrigieren.“ Im Falle des österreichischen Schriftstellers Clemens Arvay, der ein Buch mit abweichender Meinung zu Corona geschrieben hatte und aufs Übelste diffamiert worden war, reichte seine Entschuldigung nicht aus: Das Mobbing ging unbarmherzig weiter – bis er sich das Leben genommen hatte.
   Hier steckt also der Kern des Problems: Eine „falsche“ Meinung muss man aushalten können, denn: „Niemand hat das Recht, für seine Meinung geliebt, gelobt, gefeiert und geknuddelt zu werden.“ Jeder darf seine Meinung haben, aber es gibt kein Recht darauf, dass alle anderen sie übernehmen. „Jeder darf seine Meinung äußern, aber niemand hat das Recht, unwidersprochen zu bleiben. Wer heftig und unangenehm meint, muss heftigen, unangenehmen Widerspruch ertragen. Die Freiheit umfasst die Möglichkeit, sich mit seiner Meinung zu blamieren.“
   Es gehört zum Grundbestand der Demokratie, dass man Meinungen auch dann akzeptiert, wenn man mit dem Inhalt nicht einverstanden ist, und zwar weil auch der andere zu einer eigenen Meinung berechtigt ist. Ich muss den anderen nicht überzeugen, und es gibt schon gar keine Pflicht, das zu tun: „Viele glauben, die erste Pflicht des Demokraten bestehe darin, für die Meinung zu werben, die man selbst als richtig erkannt hat. Die Diskussion ist eine notwendige Informationsquelle für die Gesellschaft, und es ist wichtig, im rechten Moment seine Stimme zu erheben. [... ] Aber eine Gesellschaft kann sich in einen Überzeugungswahn hineinsteigern. Sie kann sich berauschen und festbeißen an der Frage: Wer hat recht? Viele fordern lebhaftere politische Diskussionen, um der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. Ich glaube, es ist umgekehrt: Menschen verlieren das Interesse an der Politik, weil sie den Eindruck haben, es gehe dort nur ums Rechthaben.“
Quellenhinweis: Kitz, Volker: Meinungsfreiheit. Demokratie für Fortgeschrittene

         TOPIC  Nr. 01/2024



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KI greift in unser Alltagsleben ein

   Die junge Frau heißt Aitanta Lopez, hat eine Traumfigur und hat pinkene Haare. Über 170.000 sogenannte Follower verfolgen ihr „Leben“ im Internet permanent. Lopez präsentiert Geschichten aus ihrem Alltag, Fotos von ihr am Strand oder Videos aus Konzerten. Die hübsche Frau bekommt laufend ernstgemeinte Angebote von Männern, die sich gerne mit ihr treffen würden.
   Doch Frau Lopez ist kein Mensch, sondern eine verblüffend menschenähnliche Figur, die per Künstlicher Intelligenz für das Internet „erschaffen“ wurde. Kreiert hat die junge Frau in knapper Bekleidung ein Designer aus einer Werbeagentur im spanischen Barcelona – allein mit KI. Mittlerweile akzeptieren Kunden dieser Werbeagentur, dass die Computer-Aitana auch als „reale“ Figur in ihre Werbefilme eingebaut wird.
   Doch was muss man sich unter Künstlicher Intelligenz (KI) vorstellen? Die KI ist die Fähigkeit einer Maschine, u. a. den Menschen in vielen Facetten des Lebens perfekt nachzuahmen. Dazu gehören auch logisches Denken, Lernen, Planen und auch Sprechen können.
   Diese Eigenschaften macht sich seit August ein Radiosender aus Mannheim zunutze. Zur Sendergruppe Audiotainment Südwest gehören die Sender bigFM,RPR1 und Radio Regenbogen 1 und 2.
   Seit August hat Audiotainment Südwest das Internet-Radio bigGPT an den Start gebracht – das erste dieser Art in Deutschland. bigGPT ist komplett aus dem Computer generierten Inhalten und mit synthetischen Stimmen versehen. Mit der „Moderatorin“ bigLayla, eine mittels KI funktionierende Figur, können sich Zuhörer sogar unterhalten. Biglaya antwortet auf Fragen, indem sie sekundenschnell Informationen aus dem gesamten Internet abgreift und sinnvoll zusammengestellt vorträgt.
   Wie der Sender mitteilt, werden auch Nachrichten aus aller Welt per KI zusammengestellt, allerdings dann noch einmal von Redakteuren überprüft. Das Musikprogramm, das für junge Leute zugeschnitten ist, spielt nur die Top-Titel, die am meisten im Internet bei Plattformen wie YouTube, Spotify oder TikTok gestreamt, also heruntergeladen und gehört werden. Dadurch präsentiert das Mannheimer Webradio stets den Musikgeschmack von Millionen von jungen Leuten.
   Durch KI in den Medien werden Nutzer daran gewöhnt, mit dem Vorspielen falscher Tatsachen, mit dem Wesen der Lüge und mit Trugbildern im Alltag zu leben. Somit werden Menschen vom Alleinstellungsmerkmal einer Tatsache, von der Sicherheit einer Wahrheit systematisch entwöhnt.

         TOPIC  Nr. 01/2024



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Vater der KI bereut seine “Schöpfung”

   Er wird gerne als „Gottvater“ der Künstlichen Intelligenz (KI) tituliert: Geoffrey Hinton. Der 75-Jährige arbeitete lange für den US-Konzern Google und entwickelte den Algorithmus, der es Maschinen erlaubt, wirklich zu lernen. Dieses System liegt heute vielen Computer-Programmen zugrunde, die zur Bildbearbeitung und für Sprachmodelle verwendet werden. Das Sprachmodell Chat-GPT4, das derzeit viel Beachtung erlangt, ist von einem seiner Studenten für die Firma OpenAI entwickelt worden. Heute warnt Hinton vor seiner Entdeckung und Entwicklung. Der Konkurrenzkampf der Tech-Giganten wie Google oder Apple könne nämlich dazu führen, dass das Internet überschwemmt werde mit gefälschten Fotos, Videos und Texten. Viele Nutzer könnten dann nicht mehr unterscheiden, was wahr und was falsch ist.

         TOPIC  Nr. 01/2024



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z.B. 44. Jahrgang - Nr. 2 Februar 2024

Die Themen: Die Worthaus-Putschisten. - Homo-Segen: Katholiken wehren sich. - Algerien: Christliche Gemeinden wachsen. - Jörg Dechert verlässt „angeschlagenen“ ERF. - Urteil in Bayern: Kreuze dürfen hängen bleiben. - Schamanin „segnete“ WEF-Teilnehmer. - Open Doors: Liste der Gewalt gegen Christen. - Reform des Familienrechts: Angriff auf Familie. - Klassische Familie kein Auslaufmodell. - Deutsche wollen nicht gendern. - Ein Hintergund zu den Bauern-Protesten. - Immer mehr Buddhismus in Psychotherapien. - Die Furries: Was ist mit unseren Kindern los? - AfD: Ein totalitäres System bildet sich woanders.



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Die Worthaus-Putschisten: Kampf gegen konservativen Bibelglauben

   Stellen Sie sich vor, Sie hören als bibeltreuer Christ eine Predigt im Gottesdienst. Der durchaus sympathische Theologe verkündet Ihnen im Brustton der Überzeugung beispielsweise Folgendes: Jesu Tod am Kreuz sei eindeutig kein Sühneopfer für die Schuld der Menschen gewesen. Im Abendmahl feiern wir im Kern die Kontaktfreudigkeit und Zuwendungslust Jesu an uns. Das Grab Jesu sei voll gewesen. Auch Himmelfahrt und Pfingsten seien keine historischen Ereignisse gewesen. Das Heil des Menschen sei nicht exklusiv nur in Jesus Christus zu finden. Der Tod sei keine Folge der Sünde, sondern Teil von Gottes Schöpfung. Die Bibel sei voll mit hunderten von Fehlern. Und: Der Teufel sei sehr wahrscheinlich keine Person. Wer in der Schlange im Schöpfungsbericht den Teufel erkenne, sei ballaballa. Zum Schluss sagt dann der Prediger noch: Selbstverständlich ist die ganze Bibel durch und durch wahres Wort Gottes, aber konservative Christen seien dümmlich, weil diese armen Säcke nicht einmal das ABC von historischem Hintergrundwissen mitbrächten. Bibeltreue Christen würden die Bibel missbrauchen und instrumentalisieren.
   Endlich platzt Ihnen der Kragen. Sie stehen auf und weisen den Prediger zurecht, indem Sie u. a. mit Bibelstellen argumentieren. Darauf wird der Prediger zornig, kommt auf Sie zu und verlangt Ihren Namen und Ihre Adresse, um Sie vor Gericht zu verklagen.
   Die gerade beschriebene Szene ist ausgedacht, doch die angeführten Aussagen zum Wort Gottes und die Urteile über Christen sind es nicht. Sie finden sich genau so oder sehr ähnlich in Vorträgen von Theologen, die auf der Internet-Plattform Worthaus über das Wort Gottes Aussagen treffen.
   Einer, der sich einige dieser oft über eine Stunde andauernden Vorträge angehört hat, ist der ev. Theologe Markus Voss. Auf seinem YouTube-Kanal Mach dich#bibelfit! zeigt er anhand von Originalmitschnitten von Vorträgen, wie Referenten bei Worthaus nach seiner Bewertung historisch Falsches behaupten und das Wort Gottes in seinen wichtigen Kernaussagen völlig verdrehen.
   Kurz nachdem das Video im Internet anzuschauen war, erreichten Voss Anwaltsschreiben mit der Aufforderung, sein Video sofort aus dem Netz zu nehmen. Einer der Worthaus-Referenten, Thorsten Dietz, ließ ihm sogar eine Unterlassungsklage schicken mit der Androhung von Schadensersatz. Voss ließ sich nicht einschüchtern. Im Januar 2024 war die über zwei Stunden dauernde Analyse von Worthaus-Beiträgen aus biblischer Sicht noch verfügbar.
   Wer steckt nun hinter Worthaus, und was ist das für eine Vortrags-Plattform, die bisher über fünf Millionen mal aufgerufen wurde? Der eingetragene Verein Worthaus wurde 2010 gegründet. Sein einziges Ziel: Er will den aktuellen Diskussionsstand der christlichen Hochschul-Theologie einem breiten Publikum verständlich und in Form von Video- und Audiovorträgen im Internet kostenfrei zugänglich machen. Unter den vortragenden Doktoren und Professoren befinden sich bekanntere Theologen aus dem evangelikalen Bereich wie Siegfried Zimmer, Thorsten Dietz und Peter Zimmerling. Aber auch der baptistische Pastor Andreas Malessa taucht auf, der in der katholischen Kirche umstrittene Theologe Eugen Drewermann ebenso wie die ev. Theologin Christina Brudereck, die schon einmal zugab, dass sie gar nicht wisse, ob Gott existiere.
   Dr. Markus Till ist ein promovierter Biologe an einer Universitätsklinik, und er hat sich schon 2017 mit Worthaus sehr intensiv beschäftigt. Dazu hat er eine sehr ausführliche Analyse verfasst, die auf der Internet-Seite des Bibelbundes (bibelbund.de/Suchfenster „Worthaus“) zu finden ist. Till schreibt über die Methode, mit der Worthaus-Referenten die Bibel zerpflücken: „Worthaus folgt immer wieder klar erkennbar der in der universitären historisch-kritischen Theologie dominierenden wissenschaftlichen Methode, in der die Bibel so untersucht wird, als sei Gott nicht existent. Entsprechend geht die Bibelkritik von Worthaus sehr viel weiter, als nur die wahre Aussageabsicht der Bibel unter Berücksichtigung der damaligen Zeit und Kultur herauszuarbeiten.“ Die Folge: „Die Worthaus-Vorträge belegen, dass damit der theologischen Willkür letztlich Tür und Tor geöffnet wird.“
   Welchen geistlichen Schaden Worthaus aus bibeltreuer Sicht erzeugt, erzählt Markus Voss gleich zu Anfang seines Videos und berichtete darüber auch in einem Interview mit der Ev. Nachrichtenagentur Idea. So habe er in einem Brief Kenntnis davon bekommen, wie ein Gemeindeältester begann, Worthaus zu hören. Alsbald legte er sein Amt nieder, trat aus seiner Gemeinde aus und beschloss dann, nicht mehr als Christ zu leben. Voss zu Idea: „Solche Geschichten sind uns dutzendfach begegnet.“ Welchen Tsunami die Sprengmeister der Zuverlässigkeit des Wortes Gottes erzeugen, wird sich nach Einschätzung von Voss in den Gemeinden, vor allem den freikirchlichen, zeigen. Denn schon vor einigen Jahren behauptete der Gründer von Worthaus, Prof. Siegfried Zimmer, im bestem Schwäbisch: „Weischt, die Pastorenfortbildung läuft eigentlich über Worthaus.“ Nach Beobachtungen von Markus Till integrieren Leiter tatsächlich Worthaus-„Erkenntnisse“ in ihre Gemeinden und Werke. Die Folge: Referenten von Worthaus seien mitverantwortlich für die zunehmenden Spannungen innerhalb der evangelikalen Bewegung, so Till.
   Diese Spannungen äußern sich dadurch, dass vor allem jüngere Evangelikale ihren angestammten Bibelglauben verlassen und zu sogenannten Postevangelikalen werden. Doch danach passiert oft das: Aus Post-Evangelikalen werden Post-Christen – sie wollen nicht mehr ernstlich als Christ leben.
   Laut dem Referenten für Jugendarbeit im Forum Wiedenest, Christopher Orth, habe die postevangelikale Bewegung im deutschsprachigen Raum seit den 2010er Jahren zunehmend Gehör gefunden. Als Beispiele nennt er die Mediathek Worthaus und ihren Gründer Siegfried Zimmer sowie Beiträge der Theologen Thorsten Dietz und Tobias Faix.
   Bei der Gesamtbeurteilung von Worthaus-Beiträgen fällt auf, dass die Referenten sich den Ansatz Satans im Paradies gerne zu eigen machen: Sollte Gott gesagt haben? Gott liebt alles, was ihm wertvoll ist. Das sind vor allem sein lieber Sohn, Jesus Christus, seine direkten Wortmitteilungen in der Heiligen Schrift und seine gläubig gewordenen Menschenkinder. Deshalb hasst Satan Gottes Offenbarungen und schleudert böswilligsten Hass auch denen entgegen, die Gottes Wort vertrauen.
   Von daher mag es mehr als offenbarend sein, wie nicht wenige – dennoch nicht alle – Worthaus-
Referenten gläubige Christen „grob beleidigen“, wie Markus Till feststellte. Noch erhellender brachte es der Vorsitzende des Bibelbundes, Michael Kotsch, auf den Punkt. Er schrieb zu einem Vortrag von Prof. Siegfried Zimmer mit dem Thema „Die schwule Frage“: „In etwa einem Viertel seines Vortrages bringt Zimmer seinen – man kann es leider nicht anders nennen – Hass auf konservative Christen zum Ausdruck […] Siegfried Zimmer bezeichnet konservative Christen als ‚dümmlich‘, ‚engstirnig‘. ‚tragisch‘, ‚bibelverkorkst‘ und ‚rechthaberisch‘.“ Kotsch schreibt weiter über Äußerungen von Zimmer: „Konservative Christen gehen mit der Bibel um ‚wie die islamischen Salafisten‘ mit dem Koran.“
   Als größter „Rambo“ dieser Art fällt ausgerechnet der Gründer und Kopf von Worthaus, Professor Siegfried Zimmer, immer wieder auf. Von ihm stammen, so Till, die meisten der Worthaus-Beiträge. Auch diese Tatsache der Giftigkeit und Spottlust (s. „arme Säcke“) in Bezug auf tiefgläubige Gotteskinder mag mehr als aufschlussreich sein, welcher Geist bei Worthaus wohl zu Hause ist.

         TOPIC  Nr. 02/2024



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Gewalt gegen Christen auf Rekordniveau, aber es gibt auch Lichtblicke

   Die Gewalt gegen Christen hat weltweit ein neues Rekordniveau erreicht: Im Berichtszeitraum vom 01. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 waren mehr als 365 Millionen Christen einem extremen oder hohen Maß an Verfolgung ausgesetzt. Das sind fünf Millionen Betroffene mehr als noch im Jahr zuvor.
   Das geht aus dem am 17. Januar 2024 veröffentlichten 31. Weltverfolgungsindex (WVI) des überkonfessionellen Hilfswerks Open Doors hervor. Laut Bericht wurden Christen in insgesamt 78 Ländern aufgrund ihres Glaubens diffamiert, schikaniert, inhaftiert, geschlagen, vertrieben und ermordet. Als Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen äußerte der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode: „Wir schreiben das Jahr 2024 nach Christi Geburt und müssen eine schier entfesselte Gewalt gegen Christen erleben.“
   Erneut führt Nordkorea die Liste der Länder an, in denen Christen am stärksten Verfolgung erleben. Auf den folgenden Plätzen des Index hat sich 2024 gegenüber dem Vorjahr nur wenig verändert: an 2. Stelle Somalia (in 2022 Platz 2), 3. Libyen (5), 4. Eritrea (4), 5. Jemen (3), 6. Nigeria (6), 7. Pakistan (7), 8. Sudan (10), 9. Iran (8) und 10. Afghanistan (9). Laut Open Doors leiden Christen in Subsahara-Afrika am stärksten unter Gewalt und Vertreibung.
   Auch in China (Platz 19) gehe das kommunistische Regime massiv gegen Christen vor. Open Doors: „Zahlreiche behördliche Maßnahmen zur Regelung des religiösen Lebens zielen darauf ab, das kirchliche Leben zu schwächen oder zu verbieten.“
   Diese generelle Einschätzung kann der Meinerzhagener Buchhändler und Evangelist Wolfgang Bühne so nicht teilen. Er besuchte im November 2023 große Städte in Südchina und traf sich mit zahlreichen Christen. Nach seiner Erkenntnis lässt der Staat Christen in Ruhe, solange sie anderen Mitbürgern und auch dem Staat nicht direkt zum Anstoß werden.
   Wie Bühne gegenüber TOPIC schilderte, gebe es durchaus evangelistische Aktionen, Seminare oder Freizeiten sowie christliche Buchhandlungen in China. Und Gottesdienste. Er selbst habe an einem solchen in einem großen Hotel vor 350 Besuchern ungestört predigen können. Die meisten Gottesdienste fänden jedoch im Rahmen von Hauskreisen statt. Über 100.000 Gläubige der sogenannten unabhängigen „Little Flock“ (kleine Herde)-Gemeinden träfen sich zu Gottesdiensten in
großen privaten Räumen von wohlhabenden Christen.
   Auch die Beurteilung von Kuba (Platz 22) wertet Bühne anders als Open Doors. Die Hilfsorganisation will festgestellt gaben, dass die kubanische Regierung Kirchen zunehmend feindlich gegenüber stünde. Bühne: Das sei im Alltag aber nicht zu spüren. Da Kuba durch seinen Kommunismus wirtschaftlich völlig abgewirtschaftet habe und die Menschen verarmten, sei die Hilfe von Christen sehr willkommen. So reiste im Januar 2024 ein Team von Christen aus Brüderkreisen, das Bühne mit organisierte, nach Kuba – im Gepäck: Koffer voll mit Medikamenten. Diese Arzneien wurden dann später über kubanische Gemeinden an Kranke aus der Gesellschaft weitergeben. Zu dieser Aktion der Achter-Gruppe, die mit den Koffern nach Kuba reiste, schickt Bühne und sein Team immer wieder auch ganze Container mit Medikamenten und Hilfsgütern in das mittelamerikanische Land – finanziert allein aus Spenden.
   Eine solche Hilfsbereitschaft trägt natürlich Früchte. Bühne berichtete gegenüber TOPIC von einer kubanischen Persönlichkeit, die gesagt habe: „Früher haben wir die Christen verfolgt, jetzt sind wir ihnen dankbar, dass sie uns helfen.“

         TOPIC  Nr. 02/2024



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Reform des Familienrechts als Angriff auf das Modell Familie

   Seit mindestens 60 Jahren ist in Deutschland ein schleichender Prozess der systematischen Demontage der Familie zu beobachten. Einige Stichworte dazu: Krippenbetreuung, rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensformen, neue Familienvarianten.
   Es war 2002 der damalige SPD-Generalsekretär Olaf Scholz, der verlangte, die SPD solle die „Lufthoheit über den Kinderbetten erobern“. Scholz wollte den massiven Ausbau von Kinderkrippen. Es hagelte damals heftigen öffentlichen Protest. Denn schon seinerzeit war bekannt, welche Folgen eine Krippenbetreuung nach sich ziehen kann.
   So schrieben 2006 z. B. 110 Kinderpsychologen, Ärzte und Pädagogen einen Brief an die englische Zeitung Daily Telegraph, in dem sie vor den Schäden der Fremdbetreuung für Kinder unter drei Jahren warnten. Die Experten wiesen auf emotionale Störungen und eine Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung hin. Zu frühe Fremdbetreuung ziehe oft Verhaltensauffälligkeiten der Kinder nach sich, so die Mediziner.
   Etwa ab 2005 machte sich dann eine CDU-Frau daran, die geforderte Lufthoheit über die Kinderbetten und somit einen zerstörerischen Angriff auf Kinder und Familien zu realisieren: Die damalige Bundesfamilien-Ministerin hieß Ursula von der Leyen. Sie trieb den massiven Ausbau von Kinderkrippen, in denen Kinder von dem ersten Lebensjahr an staatlich betreut werden, als Erste in Gesamtdeutschland massiv voran. Diese Auslagerung der U3-Kinder unter staatliche Bewachung und Beeinflussung ist auch eine Attacke auf die Familie. Durch die Trennung von Kindern und Eltern im sehr frühen Kindesalter wird nämlich die Entstehung einer festen Bindung zwischen beiden erschwert und die Entfremdung gefördert – auch mit erheblichen Auswirkungen auf die Kinder. Fachleute wie z. B. der Psychotherapeut Georg Milzner weisen auf Aspekte hin, die kaum diskutiert werden. Milzner fordert für die Kleinkinder ein „Recht auf Anklammerung“ (an Erwachsene), ein „Recht auf Beziehungskonstanz“ oder ein „Recht auf Teilnahme am erwachsenen Leben“. All diese „Rechte“ fördern nicht nur das Kindeswohl, sondern auch eine innere Festigkeit der oft jungen Familien.
   Der wohl zerstörerischste Sturmangriff auf die Familie kommt derzeit allerdings von einer Gruppe, die mit der klassischen Familie nichts zu tun hat: den Lesben, Schwulen und Transmenschen aus der LGBTQ-Regenbogen-Kaste. In Summe gesellschaftlich stark unterrepräsentiert, zerhackstücken sie und ihre zumeist „grünen“ Gefolgsleute nach und nach das, was jahrtausendelang Gesellschaften überall auf der Welt sicheren Grund und Halt gegeben hat: das Modell Familie.
   Welches politische Programm diesen Vorgang des Aufspaltens des Familienmodells umsetzen soll, belegt die Seite 101 des Koalitionsvertrages der Ampel-Parteien vom 24.11.2021. Dort wird angekündigt, das Familienrecht zu reformieren. Herauslesen kann man, dass Rechtsinstitute wie die „Mitmutterschaft“, die „Mehrelternschaft“ und die „Verantwortungsgemeinschaft“ in Deutschland eingeführt werden sollen. Was muss man sich unter diesen neuen Überschriften zum Thema „Familie“ vorstellen?
   Bisher ist es rechtlich so, dass bei der Geburt eines Kindes derjenige als Vater gilt, der mit der Mutter des Kindes verheiratet ist – auch wenn er nicht der biologische Erzeuger ist. Bei lesbischen „Ehepaaren“ ist es jedoch nicht so. Die Partnerin der Mutter des Kindes hat nur die Chance, das geborene Kind als Stiefkind zu adoptieren. Seit Jahren fordern vor allem Lesben- und Schwulenverbände, dass zwei Frauen als Eltern eingetragen werden können – also das Mitmutterschafts-Modell.
   Das Mehrelternschafts-Modell setzt auf dem Konzept der Co-Elternschaft auf, das schon in den1960er Jahren in den USA entstand. Als Eltern werden mehrere Menschen anerkannt, die weder in einer Liebesbeziehung stehen, noch verheiratet, noch verpartnert sind. Es ist einfach eine Gruppe von Menschen, die sich um ein Kind kümmern will. Birgit Stöger zeichnet in einem Artikel zum Thema in Kopp-exklusiv ein solches Mehrelternschafts-Modell so nach: „Alex, homosexuell und in einer Ehe mit Mohammed und das gleichgeschlechtliche Paar Kathleen und Maryna haben zwei Kinder und leben in einer Co-Elternschaft.“ Beide Frauen haben sich von den biologischen Vätern getrennt. Nun
sorgen alle vier Personen für die zwei Kinder. Sollte das Mehrelternschafts-Modell kommen, so können sich die vier als Eltern der beiden Kinder eintragen lassen und hätten somit über die Kinder zu bestimmen.
   Was ist aber nun die „Verantwortungsgemeinschaft“, die ebenfalls in das neue Familienrecht eingearbeitet werden soll? Die Verantwortungsgemeinschaft soll einen rechtlichen Rahmen geben für Lebensformen außerhalb einer Ehe-Gemeinschaft. Hierbei geht es nicht in erster Linie um Kinder. Konkret würde das bedeuten, dass Erwachsene – und das können mehr als zwei, vier oder sechs sein – rechtlich verankerte gegenseitige Verantwortung übernehmen. Voraussetzung dafür soll ein persönliches Naheverhältnis sein, was aber nicht bedeutet, dass man zusammenleben muss. Rechtlich abgesichert wären dann das gegenseitige Vertretungsrecht in der Gesundheitssorge, Vermögensausgleiche mit Steuerfreibeträgen, ein Rentensplitting und Freibeträge bei der Schenkungs- und Erbschaftssteuer. Bei Licht betrachtet ist das ein ideales Modell für alternative Kommunen, aber auch wenn ältere Menschen sich zu einer Wohngemeinschaft zusammentun.
   Während in einer immer älter werdenden Gesellschaft Verantwortungsgemeinschaften hier und dort
durchaus Sinn machen könnten, sind die anderen Modelle ein direkter Angriff auf die Familie. Die Familie würde mit der Änderung des Familienrechts nämlich umdefiniert, und Kinder würden zum Objekt von erwachsenen Selbstverwirklichungsträumen entwertet. Nicht nur das: Auch der Pädophilie, also der sexuellen Neigung von Erwachsenen zu Kindern, würden gerade im Mehrelternschafts-Modell äußerst günstige Bedingungen eingeräumt (siehe Beispiel). Ein weiterer Nebeneffekt: Bei einer Mehreltern-Konstellation käme man auch der muslimischen Bevölkerung entgegen. Traditionell haben in der islamischen Gesellschaft Männer oft mehrere Frauen, die dann als Elternteile nach deutschem Familienrecht anerkannt werden könnten.
   Doch wie steht es um das neue Familienrecht? Wann wird es kommen? Es ist praktisch seit zwei Jahren in der Vorbereitung. Nach einer aktuellen Meldung des Aktionsbündnisses für Ehe und Familie, DemoFürAlle, stehe das Vorhaben des neuen Familienrechts vor dem Aus. Bisher gebe es keinen Entwurf, nicht einmal ein Eckpunkte-Papier, dazu. Doch das war der Stand von Dezember letzten Jahres. Mitte Januar legte Justizminister Marco Buschmann dann plötzlich einige Vorschläge zur Reform des Familienrechtes vor. Ob daraus dann irgendwann ein Gesetz wird, muss abgewartet werden.

         TOPIC  Nr. 02/2024



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Steuer auf Agrar-Diesel: Müssen Bauern für Immobilienhaie bluten?

   Gab es 1971 noch etwas über eine Million landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, so sind es
derzeit nur noch etwa 250.000 – und diese Zahl wird weiter sinken. Hört man den protestierenden Bauern zu, so würden durch die Besteuerung des Agrardiesels weitere – hauptsächlich kleinere – landwirtschaftliche Betriebe aufgeben müssen. Bei den ganzen Protesten der Landwirte blieb ein Aspekt im Hintergrund: Gibt es auch Profiteure, wenn deutsche Höfe „ins Gras beißen“? Zugespitzt formuliert: Geht es bei der Erhöhung der Steuer auf Agrardiesel – „tiefer gebohrt“ – in Wirklichkeit darum, Ackerflächen frei zu machen, auf die ganz bestimmte Interessenten scharf sind?
   Laut dem Umweltbundesamt werden etwa 50 Prozent der gesamten Fläche Deutschlands landwirtschaftlich genutzt. Zum Vergleich: Auf Siedlungen und Verkehr entfallen nur 14,5 Prozent. Gehören also den Bauern 50 Prozent von Deutschlands Boden? Nein! 60 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche sind von den Bauern gepachtet. Das Pachtland ist zumeist in Besitz von Gemeinden, Kirchen oder Großgrundbesitzern. Für dieses Pachtland mussten die Landwirte in den letzten Jahren immer mehr zahlen. Die Pacht stieg in den letzten zehn Jahren um 70 Prozent auf 378 Euro pro Hektar und Jahr.
   Was wohl nur wenigen Deutschen bekannt sein dürfte, ist die Tatsache, dass der Wohnkonzern Deutsche Wohnen einer der größten Ackerbesitzer in Deutschland ist. Mit der Tochterfirma Quarterback versucht der Immobilienriese, Ackerland zu kaufen, wo er es nur bekommen kann. So machte im letzten Jahr der Verkauf eines Brandenburger Agrarbetriebes Schlagzeilen. Ein Landwirt wollte einen Hof mit 2.500 Hektar für acht Millionen Euro kaufen; doch den Zuschlag erhielt das Beteiligungsunternehmen der Deutschen Wohnen, Quarterback. Es bot zwei Millionen Euro mehr.
   Doch nicht nur der Immobilienriese Deutsche Wohnen kauft Ackerland. Auch der Discounter Aldi Nord und der Rückversicherungskonzern Munich Re tauchen immer wieder als Käufer von Deutschlands Grund und Boden auf. Den Großinvestoren wie Deutsche Wohnen geht es jedoch nicht darum, Häuser auf dem erworbenen Land zu errichten und damit die Wohnungsnot zu lindern. Seit im Januar letzten Jahres die Ampelregierung die Genehmigung gab, Solaranlagen schon 200 Meter links und rechts von Autobahnen und bestimmten Bahnlinien zu errichten, haben die Investoren eine Goldgrube entdeckt. Denn auf dem erworbenen Land können Photovoltaik- oder Windkraftanlagen installiert werden, die enormes Geld abwerfen. Große Gewinn-Happen liegen bereit, die sogar gierige Finanzhaie aus fernen Ländern anlocken.
   2021 fusionierte die Deutsche Wohnen mit dem Wohnungskonzern Vonovia. Dadurch entstand der mächtigste Wohnungskonzern der Republik, und er wurde dadurch auch zum größten privaten Vermieter von Wohnungen in Europa. Mit dabei im Mega-Wohnungskonzern ist mittlerweile der weltgrößte Vermögensverwalter, der US-Konzern BlackRock, der rund zehn Billionen (!) US-Dollar kontrolliert. Mit mehr als elf Prozent an Anteilen sind die Amerikaner nun praktisch auch am Kauf von deutschem Grund und Boden engagiert.
   Angesichts dieses Hintergrundes stellt sich die Frage, ob bei der Besteuerung des Agrardiesels die Berliner Ampel-Männer nicht auch noch ganz andere Interessen im Auge hatten. Der Schachzug wird wohl aufgehen: Der deutsche Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, treibt seine Energiewende weiter voran, indem er die Bahn für alternative Energieerzeugung frei macht und dazu denen, die das große Geld haben, neue Verdienstmöglichkeiten zuschustert. Man bedenke: Er ist ja Klima- und Wirtschaftsminister.

         TOPIC  Nr. 02/2024



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