hauskreis4
Sonnenuntergang1

 

Hier ein paar AuszĂŒge der Themen einiger Monatszeitschriften von 2018.  

Hinweis: Alle Veröffentlichungen von TOPIC-Artikeln
bedĂŒrfen der schriftlichen Genehmigung des Verlages:
TOPIC-Herausgeber: Ulrich Skambraks (verantwortlich)
Verlag und Redaktion: Postfach 1544, D-57206 Kreutztal,



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Spaltet Gnadau-PrĂ€ses Diener die evangelikale Bewegung? 

   Wie TOPICin der letzten Ausgabe berichtete, wird die Ev. Kirche in Deutschland (EKD) bis 2020 den jĂ€hrlichen Zuschuss von 132.000 Euro an die Ev. Nachrichtenagentur idea bis auf „0“ zurĂŒckfahren. Im Nachgang zu dieser Entscheidung offenbart sich mehr und mehr, dass der PrĂ€ses des Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Dr. Michael Diener, idea und auch den konservativen Evangelikalen das Wasser abgraben will. Hintergrund in Bezug auf idea ist die immer noch zu großen Teilen konservative pietistisch-evangelikale PrĂ€gung des Blattes, die von idea-Chef Helmuth Matthies gegen große WiderstĂ€nde immer wieder durchgesetzt wird. Diener missfĂ€llt dies wohl. In einem Interview mit pro, dem christlichen Medienmagazin,sagte Diener, dass nach seiner Beobachtung idea an Zustimmung im pietistisch-evangelikalen Raum verloren habe, weil Leser, die sich nicht zum konservativen FlĂŒgel zĂ€hlen, von idea nicht berĂŒcksichtigt wĂŒrden. Idea sei einseitig und die Recherche sei „teils verbesserungswĂŒrdig“. Der Plan Dieners scheint zu sein, ein neues – liberaleres – idea anzuschieben. Diener selbst war es, der innerhalb der EKD einen Projektförderungsfonds vorangetrieben hat (TOPIC berichtete), in den nun die Gelder fließen, die idea nicht mehr bekommen soll. In den nĂ€chsten Jahren können sich dann Medien aus dem evangelikalen Raum bei der EKD bewerben, um bezuschusst zu werden. Diener ist eine von drei Personen, die dann ĂŒber die Vergabe von Fördergeldern entscheiden.
   Helmut Matthies ist ĂŒber das Vorgehen des Gnadau-PrĂ€ses mehr als verĂ€rgert. Nicht, weil idea das EKDGeld nicht mehr bekommt, sondern weil Diener in einer Art Geheimaktion sein Vorhaben vorangetrieben und durchgesetzt hat. Die Weichen fĂŒr ein liberales Nachrichtenblatt sind somit seitens der EKD gestellt.
   In einem Interview mit pro, dem christlichen Medienmagazin, Ă€ußerte sich Matthies zur Sache so: „PrĂ€ses Diener vertritt leider mittlerweile in wichtigen Fragen nicht mehr manche theologischen Positionen des Pietismus. So verteidigte er die Mitwirkung des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm im Kuratorium des MĂŒnchener Islam-Forums – eines Moschee-Bauprojektes; Evangelikale sollten dies nicht als ‚christlich inakzeptabel‘ darstellen. Das ist meines Erachtens eine Position, die dem Pietismus fremd ist, denn nach dem biblischen Zeugnis ist die Förderung eines fremden Gottes verboten. Weitere Punkte sind, dass er sich hinter die ErklĂ€rung der Synode gegen Judenmission gestellt hat, und er sich praktizierende Homosexuelle als Mitarbeiter in ev. Gemeinschaften wĂŒnscht. Wir vertreten mit idea weiterhin das, was jahrhundertelang der Pietismus und weite Teile der Ev. Kirche vertreten haben. Von daher sind wir fĂŒr ihn, der eine andere Position vertritt, einseitig. Seine Positionen haben so leider auch zu einer Spaltung der evangelikalen Bewegung und zur GrĂŒndung des Netzwerkes ‚Bibel und Bekenntnis‘ (unter der Leitung von Ulrich Parzany, die Red.) gefĂŒhrt.“

       TOPIC  Nr. 01/2018



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Johannes Hartl bezeichnet die Reformation als SĂŒnde  

   Er ist einer der beliebtesten Redner in der evangelikalen Szene: Dr. Johannes Hartl. Der Katholik wurde durch das Gebetshaus in Augsburg und seine „Mehr“- Konferenzen bekannt und berĂŒhmt.
   Es ist nicht nachzuvollziehen, weshalb Hartl immer wieder eingeladen wird und reden darf – demnĂ€chst auch auf einer nichtöffentlichen Tagung fĂŒr junge evangelikale Leiter. In seinem Buch „Katholisch als Fremdsprache“, das er mit dem katholischen Pfarrer Leo Tanner zusammen verfasste, antwortet Hartl auf die Frage, ob das Reformations-JubilĂ€um ein Grund zum Feiern sei, so: „Ja und nein! Nein, denn können wir Christen eine Spaltung feiern, die objektiv eine SĂŒnde ist? [
] Feiern – Ja! Wir wollen unseren Gott feiern, der durch alle menschliche SĂŒnde hindurch der Kirche unfassbar große Gnaden geschenkt hat.“
   Nach Hartls Sicht sei die Reformation hauptsĂ€chlich aus Hartherzigkeit, Stolz und MissverstĂ€ndnissen erwachsen, nicht aber aus tiefer geistlicher Erkenntnis bei den Reformatoren. In einem facebook-Artikel schreibt Hartl in Bezug auf Kritik zu seiner Person: „Ich schwĂ€rme von Jesus“ und möchte, dass sich „Menschen inniger in ihn verlieben.“ Außerdem versuche er doch, das Evangelium in den schönsten Farben zu malen.
   In einem Beitrag fĂŒr die Zeitschrift Bekennende Kirche (12/2017) schreiben der Gemeindereferent einer ev. Freikirche, Robin Dammer, und der Gymnasiallehrer Jochen Klautke zum Thema „War die Reformation SĂŒnde?“: „Die Frage ist nur: Von welchem Jesus schwĂ€rmt er (Hartl)? In welchen Jesus sollen wir uns ‚verlieben‘? In den Jesus, der uns allein durch den Glauben vollkommen und fĂŒr alle Mal gerecht spricht? Oder in den Jesus, der uns allmĂ€hlich und schrittweise gerecht gemacht und uns in diesem Leben niemals Heilsgewissheit schenkt? Und: Welches Evangelium malt Hartl in den schönsten Farben? Das römisch-katholische ‚Evangelium‘ aus ‚Glaube plus Werke, Sakramente und Kirche‘ oder das Evangelium, das uns die Rettung allein aus Gnade, allein durch den Glauben und allein auf Grundlage von Christi Werk auf Golgatha verheißt?“

       TOPIC  Nr. 01/2018



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Spannende Entwicklungen im Nahen Osten 

   Am 4. April 2017 besuchte der Ă€gyptische PrĂ€sident Abd al-Fattah as-Sisi den US-PrĂ€sidenten Donald Trump in Washington. Arabischen Medien sagte as-Sisi, dass er mit Trump auch ĂŒber einen Frieden zwischen PalĂ€stinensern und Israel sprechen werde, der durch einen „Jahrhundertdeal“ möglich sei. Trump bat dann bei dem GesprĂ€ch den Ă€gyptischen Staatschef darum, in diesen Deal, in diesen „Handel“, auch Saudi-Arabien einzuschließen. Was lĂ€uft zurzeit im Nahen Osten in Bezug auf die PalĂ€stinenser und Israel?
   Nur zwei Monate nach dem Treffen von Trump und as-Sisi genehmigte das Ă€gyptische Parlament die Abtretung der Inseln Tiran und Sanafir an Saudi-Arabien. Beide Inseln liegen im Eingang des Golfes von Aqaba, der sich vom Roten Meer abzweigt. Alle Schiffe, die die israelische Hafenstadt Eilat erreichen wollen, mĂŒssen vom Roten Meer durch diesen AuslĂ€ufer. Durch den Verkauf der Inseln an Saudi-Arabien ist die Einfahrt in den Golf von Aqaba nicht mehr Ă€gyptisches HoheitsgewĂ€sser, sondern wurde zum internationalen GewĂ€sser erklĂ€rt. Gleichzeitig ĂŒbernimmt Saudi-Arabien eine Mitverantwortung fĂŒr die Sinai-Halbinsel. Doch warum?
   Seit Jahren kursiert ein Plan, den PalĂ€stinensern auf der Sinai-Halbinsel einen eigenen Staat einzurichten. Und exakt dieser Plan scheint die Grundlage fĂŒr den besagten „Jahrhundertdeal“ zu sein, der in Washington besprochen wurde. Kaum waren die Ă€gyptischen Inseln an die Saudis verkauft, stellte der saudische Kronprinz Muhammad bin Salman am 24. Oktober 2017 das Projekt „Neom“ vor. Neom soll unter Einschluss der beiden Inseln Tiran und Sanafir im DreilĂ€ndereck Ägypten, Saudi-Arabien und Jordanien zum grĂ¶ĂŸten Technologiepark der Welt werden. Dazu gehört auch eine riesige Stadt, die aufgebaut werden muss. Das Gesamtprojekt soll umgerechnet etwa 425 Milliarden Euro kosten. Der deutsche Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld wurde von den Saudis beauftragt, diesen gigantischen Komplex leitend zu errichten. Dort werden Zigtausende an ArbeitskrĂ€ften benötigt werden, die vielleicht aus dem neuen PalĂ€stinenser-Staat auf dem Sinai kommen könnten.
   Aus einem neuen PalĂ€stinenser-Staat, der von einem gewissen Mohammed Dahlan regiert wird? Dahlan war der ehemalige Sicherheitschef von PalĂ€stinenser-FĂŒhrer Jassir Arafat und eine fĂŒhrende politische, allerdings auch gefĂŒrchtete Figur im Gaza-Streifen. Doch nach dem Tod von Arafat ĂŒberwarf sich Dahlan mit dem jetzigen palĂ€stinensischen „PrĂ€sidenten“ Mahmoud Abbas so sehr, dass Dahlan als Staatsfeind Nr. 1 den Gaza-Streifen verlassen musste. Er floh in die Vereinigten Arabischen Emirate und spann von dort aus ein Netzwerk, das seine RĂŒckkehr nach PalĂ€stina ermöglichen soll. Mittlerweile hat Dahlan beste Kontakte nach Ägypten, Abu Dhabi und zu einer Allianz sunnitischer Staaten um Saudi-Arabien herum. Der palĂ€stinensische MillionĂ€r Dahlan spricht fließend HebrĂ€isch und wird derzeit als neuer „BĂŒrgermeister“ des Gazastreifens gehandelt. Der ehemalige Staatsfeind soll als Retter der PalĂ€stinenser wiederkommen. Wird der 56-JĂ€hrige zur SchlĂŒsselfigur fĂŒr einen neuen Staat PalĂ€stina auf dem Sinai? Wie wird die Terrororganisation Hamas
im Gazastreifen reagieren, die Israel vernichten will?
   Es tut sich was im Nahen Osten. Wie Rainer Schmidt (TOPIC-Lesern als Autor und Israel-Fachmann bekannt) in seiner aktuellen Ausgabe der von ihm herausgegebenen Schai-Publikation berichtet, gebe es auf höchster politischer Ebene geheime Kontakte zwischen Israel und Saudi-Arabien. So habe Israels Oberbefehlshaber Gadi Eisenkot in einem Interview gesagt: „Wir sind bereit, unsere Erfahrungen und Geheimdienstinformationen mit Saudi-Arabien und anderen moderaten arabischen LĂ€ndern auszutauschen, um den Iran zu konfrontieren. Es gibt viele gemeinsame Interessen zwischen uns und Saudi-Arabien.“
   Wie Quellen aus den USA melden, gehe es bei dem Jahrhundertdeal auch um die Ausschaltung Irans als starke Regionalmacht im Nahen Osten. Hintergrund ist das Vorhaben sunnitischer Staaten, wie etwa Saudi-Arabien, die absolute Vorherrschaft der Sunniten ĂŒber die Schiiten, z. B. im Iran, zu erringen. Strategische Kreise der Bundeswehr rechnen damit, dass ĂŒber die in Libanon und Syrien operierende Terror-Miliz Hisbollah, die aus dem Iran finanziert und gefĂŒhrt wird, um Israel zu schĂ€digen, ein gefĂ€hrlicher Konflikt entsteht. Dieser Konflikt werde zu einem Krieg gegen den Iran ausufern. Das sei auch der Grund, warum russisches MilitĂ€r sich derzeit rasch aus Syrien zurĂŒckziehe, um nicht in diesen bald beginnenden Krieg verwickelt zu werden.

         TOPIC  Nr. 01/2018



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Respect Words: Die Sprachpolizei ist da 

   Am 17.12.2008 hielt der ehemalige französische PrĂ€sident Nicolas Sarkozy an der französischen Elite-Hochschule Ecole Polytechnique in Paris einen Vortrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Dort sagte er: „Das Ziel ist die Rassenvermischung. Die Herausforderung der Vermischung verschiedener Nationen ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Es ist keine Wahl, es ist eine Verpflichtung. Es ist zwingend. Wir können nicht anders. Wir riskieren sonst die Konfrontation mit sehr großen Problemen 
Wir werden uns alle zur selben Zeit verĂ€ndern: Unternehmen, Regierungen, Bildung etc., und wir werden uns zu diesem Ziel verpflichten. Wenn das nicht vom Volk freiwillig getan wird, dann werden wir staatlich zwingende Maßnahmen anwenden.“ Sarkozy sprach damals zu Franzosen, meinte aber wohl alle EuropĂ€er.
   Wie diese „zwingenden Maßnahmen“ mittlerweile in der RealitĂ€t angekommen sind, zeigt eine neue
Kampagne. Journalisten soll beigebracht werden, mit welchen Worten sie diese Rassenvermischung begleiten sollen – demnĂ€chst wohl mĂŒssen. Die EuropĂ€ische Union (EU) finanzierte ĂŒber ihr Programm „Rechte, Gleichstellung und UnionsbĂŒrgerschaft“ ein Projekt mit der Bezeichnung „Respect Words“. Zu Deutsch: Respekt-Worte, aber auch „Beachte Worte!“. Unter dem Motto „Ethischer Journalismus gegen Hassrede“ soll nicht nur gegen Hassreden in den Medien vorgegangen werden. Ebenso will man das Bewusstsein der europĂ€ischen BĂŒrger fĂŒr ZusammenhĂ€nge mit Migrationsprozessen und fĂŒr die Situation ethnischer und religiöser Minderheiten in der Gesellschaft schĂ€rfen. Derzeit werden von 150 privaten Radiosendern in Europa BeitrĂ€ge ausgestrahlt, um die kulturelle Vielfalt in Europa vor dem Hintergrund der FlĂŒchtlingswelle zu beleuchten.
   In einem 37-seitigen Heft, das TOPIC vorliegt, werden Medienschaffende dazu aufgefordert, z. B. das Wort „FlĂŒchtlingswelle“ nicht mehr zu benutzen. In den Anweisungen im Heft heißt es, dass im Zusammenhang mit Migration Worte wie „Flut“, „Welle“ oder „Zustrom“ nicht mehr zu verwenden sind. Diese Begriffe beförderten die Vorstellung von Naturkatastrophen - sprich: Angst. Ebenso soll vermieden werden, die Einwanderung als eine Kostenbelastung der sozialen Netzwerke in der EU darzustellen. Einen großen Raum im Heft nimmt die nun (bisher noch freiwillig) vorgeschriebene Darstellung von Muslimen, Roma und Juden ein – andere Religionen oder Ethnien werden nicht erwĂ€hnt. So sollen Journalisten ĂŒber Muslime nicht mehr schreiben, dass Allah-Anbeter zu Gewalt, Extremismus Fundamentalismus und Terrorismus neigten. Der Katalog der zu vermeidenden Begriffe im Zusammenhang mit Migration und dem Zusammenleben mit Menschen aus anderen Kulturkreisen ist lang und prĂ€zise. Doch wie ist dieser Katalog zustande gekommen?
   Hinter diesem Projekt, das mit EU-Geldern gefördert wird, steckt ein Netzwerk von privaten Radiostationen, von denen nicht wenige links-alternative Wurzeln haben. Sie erarbeiteten das Heft und geben es heraus. Gewicht bekommt das Projekt „Respect Words“ allerdings durch das International Press Institute (IPI), das das Projekt mit trĂ€gt. Das IPI wurde 1950 gegrĂŒndet und zĂ€hlt heute fĂŒhrende Redakteure und Zeitungsherausgeber aus 115 Staaten zu seinen UnterstĂŒtzern.
   Wenn man das Heft „Respekt-Worte – ethische Anweisungen gegen Hasssprache“ durchschaut, werden ungute Erinnerungen wach. Erinnerungen, falls man den Roman „1984“ gelesen haben sollte. Darin schildert George Orwell, wie in dem totalitĂ€ren Staat „Oceania“ eine kontrollierte Sprache eingefĂŒhrt wird. „Neusprech“ dient dazu, die Gedanken der Menschen zu kontrollieren, um dadurch Bedrohungen fĂŒr die Diktatur auszumerzen.

           TOPIC  Nr. 01/2018



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